Montag, 3. Dezember 2012

Verlorene Spur


 
Er freute sich
An seinem eigenen kleinen Licht
Das ihm den Weg wies
Den nur er kannte
Und dem ich blindlings
Folgte
Er zweigte in sich ab
Da verlor ich seine Spur
Ich musste mir fortan
Selbst genügen
Und ging zum Grasen
Auf eine andere Wiese
 
Bild: Friedensherde des rheinischen Aktions-Künstlerpaares Bertamaria Reetz und Rainer Bonk

Sonntag, 2. Dezember 2012

Noch Fragen?




1. Das Wetter schlägt um
2. Das Taxi schlitterte sanft gegen die Leitplanke
3. Ist es nötig Vorsichtsmaßnahmen zu treffen?
4. Polen klauen keine Autos mehr
5. Das Wasser ist nass der Himmel ist blau
6. Frauen haben Geheimnisse
7. Still ruht der See
8. What can I do for you?
9. An Lügen kann man sich festhalten
10. Die Wahrheit wiegt dich nicht in den Schlaf
11. Deine Brüste erinnern an Walfischfleisch
12. Only you could break my heart
13. Ich verliere die Richtung
14. Mach mich runter ich brauch das
15. Weißt du was deine Freundin gerade treibt?
16. Die Bedeutung von Sex wird überbewertet
17. Frauen laufen weg
18. Frauen laufen zu
19. Tanzen in der Nacht schont die Bettwäsche
20. Ich hab Muskelkater am Herzen
21. Da ist kein Ausgang aus diesem Körper
22. Die einbeinige Eisprinzessin hat Probleme mit der Bielmannpirouette
23. Keiner braucht dich
24. Frank Sinatra war schlecht im Bett
25. Lesbisch werden ist eine logische Schlussfolgerung
26. Barbie hat Ken nie geliebt
27. Ich kann ohne dich nicht leben
28. Es sei denn es käme Angelina Jolie
29. Bei Erdbeeren reagierte sie allergisch
30. Insulin ist eine gute Tötungsart
31. Manche Menschen sterben in Tunneln
32. Selbstmörder sollten sich in mexikanischen Drugstores eindecken
33. Hitler war ein Mensch
34. Du bist der Mann im Regen
35. Ich bin eins mit mir
36. Das Leben hat weniger Gewicht als eine Feder
37. Schönheit ist berechenbar
38. Ich wollte nie Steppen lernen
39. Depression ist nur die Vorstellung eines Zustands
40. Glaubst du den Grund für irgendwas zu kennen?
41. Aus Hochmut wird Kleinmut
42. Zwei Milliarden Kakerlaken können nicht irren
43. Arbeit macht nicht frei
44. Was kann ich für das Subproletariat tun?
45. Che Guevara war ein blutbefleckter Störenfried
46. Die Sonne geht auch ohne dich auf
47. Auch Selbstmordattentäter haben eine Mutter
48. Kann Zimtgebäck die Welt retten?
49. Jonny war ein Waisenkind
50. Er heulte heimlich ins Sternenbanner
51. In Houston leben die fettesten Menschen
52. Ein Bürgermeisteramt schadet dem Schwulsein nicht
53. Lottomillionäre sind unglücklich
54. Lottomilliardäre auch
55. Drogen lassen dich die Welt begreifen
56. Wer fickt hat keine Zeit zum Töten
57. Analverkehr erregt Frauen nicht
58. Priester bevorzugen knackige Jungenärsche
59. Auch Goldbären haben Rinderwahn
60. Der Dialog tauscht sich wechselseitig über dem Abgrund aus
61. Der Tod widerlegt die Liebe nicht
62. Gott ist kein Lokalphänomen
63. Hast du ein bisschen Kleingeld?
64. Dienstag ist ein schlechter Tag für den Entzug
65. Ich kann nichts für meinen Dialekt
66. Der Slipfetischist lächelt zufrieden
67. Auf die Länge kommt´s doch an
68. Öfter mal kotzen
69. Ein Kamel für eine Camel
70. Nimm keine Bonbons von Fremden
71. Wir können nur leben wo die Liebe wohnt
72. Auf halber Strecke verloren wir die Lust
73. Und das Schiff lief auf den Eisberg
74. Wir sind ein unkalkulierbares Risiko
75. Dein Couchtisch wurde im Amazonas geboren
76. An die Decke starren ist noch keine Meditation
77. Die Schwalben breiten ihre Flügel aus
78. Der Himmel regnet Marschflugkörper
79. Am Ende schlägt der Pfau ein Rad
80. Wo gehen wir hin wenn der Sommer vorbei ist?
 
CUT
 

Samstag, 1. Dezember 2012

Zeichen von Endgültigkeit



Wer am Zürcher Flughafen in die Schweiz einreist, muss durch eine Schleuse mit diesem Schild gehen. Besonders nach einer Reise an einen exotischen Ort, wenn man nach Sonne, Meer, Dschungel, Freude, Lebenslust, Sex & Rock'n'Roll nach Hause zurück in die nebelverhangene Stadt kommt, kann einen schon so ein Hauch von Endgültigkeit und Aussichtslosigkeit umwehen. Man möchte auf dem Fusse umdrehen und wieder abhaun. Geht aber dummerweise nicht. Der Wohlstand verlangt seine Opfer!

Montag, 26. November 2012

Ode an die Scampi



Die Kellner in Dalmatien
Sind charmant
Als hätten sie irgendetwas
Gutzumachen
Dalmatien am Meer
Ach! Das Meer
Mit Buchten
Mit Yachten
Riesig wie Einfamilienhäuser

Am Nebentisch vier Amerikaner
Sie lachen einen Deut zu laut
Wer hätte das gedacht
Dass die Welt eines Tages Jugoslawen
Amerikanern vorziehen würde
Jedem seinen Krieg
Und dann ist aber auch wieder gut

Und der Wein
Der Wein ist warm
Wie mein Herz
Macht redselig
Offenherzig
Die Kellner wundern sich
Dass ich hier so allein sitze
Ich wundre mich auch
Dass ich überhaupt noch sitze
Nicht schon liege
Auf einer der Yachten
Und einfach morgen
In See steche

Das Wasser heißt Yamnica
Und ist von 1828
Da starb Schubert und
Tolstoi wurde geboren
Und Jules Verne und Ibsen
Und irgendjemand schrieb
"Das kalte Herz"

Und der Balsamicoessig
Erinnert mich an zu Hause
Zu Hause wo ist das überhaupt
Ich fühle überall so eine Art
Heimat
Kroatisch klingt ein wenig wie Russisch
Ich möchte etwas sagen
Doch fehlen mir die Worte
Das Meer es ruft
Ich bin mir nur nicht sicher
Ob es mich meint
Darauf noch ein Glas
Runter damit
Und wieder eingegossen
Zu dürre Katzen scharwenzeln
Um meine zu dicken Waden

Und Hilfe
Jetzt kommen die Riesenscampi
Und sie haben noch ihren Panzer an
Sie haben ihr Leben
Für einen Crétin hergegeben

Samstag, 24. November 2012

Der Kampf ist aus



Hier brüllt keiner mehr
Nach dem Blut seiner Herren
Stumpfsinnige Apathie
Hat die Revolution aufgefressen
Die Wogen der Wut sind geglättet
Die Raubtierkrallen abgewetzt
Die knurrend grollend reißenden Tiere
Werden irgendwann blöde Schafe
Im Wolfspelz
Es ist wie es ist
Und besser war und wird es nicht
Die Faszination am Schrecken ist verloren
Das Göttliche in den Zügen ausgelöscht
Und die Rebellen sind tot
 

Donnerstag, 22. November 2012

Scheiss Wetter - Scheiss Laune - Scheiss Leben?


Wenn du denkst
es geht nicht mehr
kommt meist
auch kein Licht daher
Draussen Nebel
innen auch
schlankes Konto
dicker Bauch
Frustration und
Laune mies
Arbeit viel und
Chef ganz fies
Überstunden
Fast-Foof-Frass
Ehemann ein altes Aas
Mord und Totschlag
im Verkehr
nur im Bett
da geht nichts mehr
nicht verzagen
weitermachen
Flasche öffen
sich eins lachen
denn was klar ist
das ist das:
mal ists trocken
mal ists nass
und nach Ärger
folgt der Spass
läuft es Scheisse
denke dran
so läuft es bestimmt nicht immer
und es könnte sein
noch schlimmer
 





Mittwoch, 21. November 2012

Da sein



Akribisch vermied sie es
Auf ihren Urlaubsfotos auch nur einen einzigen
Westlichen Touristen abzulichten
Die Kunst des Weglassens beherrschte sie
Sie hoffte damit
Ihre eigene Existenz irgendwie auszulöschen
Oder zumindest zu verwischen
 
Leider gelang ihr das nur in Ansätzen
Und auch die Vermeidung des morgendlichen Blicks in den Spiegel
Trug nicht wirklich dazu bei
Sich selbst zu verleugnen
 
Sie war da
Daran bestand nun langsam kein Zweifel mehr