Sonntag, 19. Juni 2022

Liebesgedicht


Texte von Herzen in der Jungen Welt -
ich zwischen sozialistischem Design und documenta-Text

documenta 15 - 2022


Der TRANSIT-Raum im Kulturbahnhof Kassel steht, die cocumenta ist eröffnet. Hier die Beschreibung des Projekts auf Englisch für alle Interessierten:

Artists for cycles in the living world During the one hundred days of documenta 15 (between 18 June and 25 September 2022) the art project TRANSIT at the Kulturbahnhof Kassel invites visitors to experience cycles. 

TRANSIT thus launches a comprehensive project that is intended to have an impact far beyond the hundred days. The core group "Circulantis" from Switzerland is organising this project in the rear part of the Kulturbahnhof. At the centre of the project is the Light Space5 , which, with its transforming circle of light, is a symbol of values and benevolent communication and is intended to trigger further communication.

23 artists from Switzerland and Kassel surround this core with small works and card multiples, which are of- fered parallel to the Light space for a transit journey to a world of open circulation - the eutopia6 . For TRANSIT, it is trend-setting that not a certain style of art, but a variety of artistic views, united in a common theme, is brought forth: Circuits, cycles and the cyclical. The artistic treatment is open - a special quality is the cooperation between the artists. Their thoughts, their works and their attitudes want to contribute to making the internal and external view of the foundations of social communication and economic exchange possibilities of the future tangible.

From the TRANSIT concepts and multifaceted works, insights, feelings and activities are to grow that describe and inspire post-industrial, socially anchored forms of existence. This is an aspiration that, beginning with the cooperation, wants to be realised in the artists' guild. TRANSIT has the claim to work artistically and curatorially from within itself and to generate autonomously organised income in order to enable autopoietically7 growing forms of existence, initially for the artists and their environment. 

Benevolent cooperation and autonomous economics are practised and built upon at TRANSIT. Small works and multiples are available at uniform prices; half of the income goes to the respective artists and the other part, after deduction of expenses, wants to be used for further TRANSIT projects in other places. In this way, the idea of an autonomous, regional economy linked to art is intended to arouse interest in cycles that grow out of societies. The intention of TRANSIT is to comprehensively accompany the idea of circuits (and later also of a non-ideologically conditioned economic and monetary system). 

Cultural and economic emergences8 are thus given a foundation between the art business and circular economies in the regions. The aim is to create further permanent locations for TRANSIT after the hundred days of Documenta and from there to offer more and more artists the opportunity to awaken and change local cycles in the consciousness of societies through their work. The aim is to make a contribution to combining social meaning and existential necessity. Through selected sponsors and patrons from socially motivated circles and from areas of sustainable and easily comprehensible economic practices, further bridges for the realisation of the aforementioned models are being sought and gathered.


5 Concept by Andres Stirnemann, executed with the artist group Circualantis, Zurich. 6 Eutopia from ancient Greek: eu (good) and topos (place, location), phil. the ideal society, med. the correct location of the organs. 7 Autopoiesis (ancient Greek αὐτός autos, English ‘self’ and ποιεῖν poiein “to create, to build”) refers to the process of self-creation and self-mainte- nance of a system. The term was coined by the Chilean neurobiologist Humberto Matuarana. 8 Emergence (Latin emergere “to emerge”, “to come out”, “to rise up”) refers to the possibility of the formation of new properties (system proper- ties) or structures of a system as a result of the interaction of its elements. The phenomenon of emergent self-organisation is called autopoiesis.

Dienstag, 14. Juni 2022

documenta 15

 

KLOSSEK GOES TO DOCUMENTA


Am 18.6.22 öffnet die Documenta 15 in Kassel. Mit dem Projekt TRANSIT - LEBENDIGE KREISLÄUFE und unter dem Motto: immer schneller, weiter, höher - WOHIN? der Künstlergruppe Circulantis (Zürich/Kassel) bin ich an 100 Tagen mit von der Partie.


Ich bin mit Bildern im projektbegleitenden Vademecum sowie Kupferdrucken (120 Euro pro Exemplar) in limitierter Auflage am "Kiosque" am Kultur- und Hauptbahnhof Kassel vertreten.  Irgendwann sicherlich auch mal vor Ort anzutreffen.


Die documenta findet vom 18. Juni bis 25. September 2022 statt.


documenta


TRANSIT - Home (transit-circular.ch)


Donnerstag, 17. März 2022

DEEPFAKE





Deepfake yourself. Im Rahmen der Ausstellung Planet Digital im Museum für Gestaltung Zürich können Besucher:innen ihr Gesicht fotografieren, es wird dann in die Personen, die in den Filmszenen zu sehen sind, hineinprojiziert. So kann man in verschiedene Leben eintauchen. Zum Beispiel in meines in der Rolle der gelangweilten Büroangestellten. 

Der Begriff deepfake setzt sich zusammen aus "Deep Learning" (das "tiefgehende" maschinelle Lernen, das auf künstlicher Intelligenz beruht) und "Fake" (falsch im Englischen). Deepfakes beschreiben realistisch wirkende Medieninhalte, welche durch Techniken der künstlichen Intelligenz abgeändert und verfälscht worden sind. 

Deepfakes wurden bisher fast nur im negativen Sinne eingesetzt, um Politiker oder Prominente zu diskreditieren oder um zu betrügen (Identitätsklau usw.). 

Künftig könnte die Technik aber für die Forschung, für den Datenschutz oder in der Kunst sinnstiftend angewendet werden. 


Ein Projekt der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Kunst / Museum für Gestaltung.


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Dienstag, 8. März 2022

Frauenstimmrecht

 


Plakat, Schweiz, 1947 (Museum für Gestaltung)

Manch einer wünscht sich heute noch, es wäre niemals zustande gekommen. Tja, PECH!      


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Donnerstag, 3. März 2022

7:77 Neues Schauspiel Leipzig


7:77  - SHOW


Sieben Minuten und siebenundsiebzig Sekunden Zeit auf der Bühne, um das Publikum wegzublasen. Stand-up Comedy, Tanz, Musik, Kleinkunst.

Von mir gibt's voraussichtlich Text in die Visage und ein Stück meines legendären Ausdruckstanzes.


Dienstag, 15. März 2022


20:00 Uhr


Neues Schauspiel Leipzig

Lützner Strasse 29


Tickets


PS: Da die Buchmesse Leipzig leider zum dritten Mal in Folge abgesagt wurde, wird es von mir voraussichtlich auch keine Lesungen geben. "Leipzig liest" findet zwar statt, aber an halb so vielen Lokalitäten als normalerweise, die sich die üblichen Verdächtigen bereits reserviert haben.


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Mittwoch, 23. Februar 2022

ALGORITHMEN FLUCH ODER SEGEN?


 

Im Rahmen der Ausstellung Planet Digital sind vier Filme zu sehen, die aufzeigen, wie Algorithmen dafür sorgen können, dass wir einen Job nicht bekommen, weil wir eine Frau sind oder Brillenträger oder unsere Hautfarbe nicht weiss ist. Dasselbe gilt für digitale Vorauswahlen durch Algorithmen beim Bewerbungsprozess. Menschen mit aussergewöhnlichen Lebensläufen, die nicht wirklich auswertbar sind, fallen so gerne durch die digitalen Maschen und werden gar nicht erst für eine weitere Bewerbungsrunde ausgewählt. Ein Auswahl-Programm per Video bewertet einen Lebenslauf /eine Person auch als geeigneter, wenn im Hintergrund ein Bücherregal steht oder der/die Kandidat/in die Helligkeit des Videos verändert. Kurzum: Vermutlich liefert das Tool überhaupt keine sinnvollen Ergebnisse

Online-Stelleninserate, z.B. auf Facebook, werden weltweit substanziell häufiger Männern als Frauen gezeigt, obwohl Frauen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit reagieren. 

Zudem gelten Familien in armen Verhältnissen automatisch als gefährdender für das Kindeswohl, da es genügend auszuwertende Daten (z.B. am Sozialamt) über sie gibt, während der Algorithmus eventuell für wohlhabende Familien aufgrund mangelnder Daten keine Kindeswohlgefährdung erkennt.

Ähnliches gilt für Computerprogramme, die arbeitssuchende Personen in erfolgsversprechende, unterstützenswerte und  hoffnungslose Fälle einteilen. Frauen generell, Frauen nach der Geburt, alleinerziehende Mütter, Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung oder gesundheitlichen Problemen oder jemand, der schon länger arbeitslos ist / länger nicht gearbeitet hat, werden schlechter bewertet und gelten so als nicht vermittlungsfähig, werden ergo als nicht unterstützenswürdig eingeteilt. Eine Abwärtsspirale, aus der die betreffende Person kaum mehr rauskommt. Je mehr Daten dieser Art über eine Person vorhanden sind, umso schlechter ihre Chancen, wieder einen Job zu bekommen. Diskriminierung aufgrund von Bewertungen via Algorithmen. 

In den USA gibt es ein Programm, dass darüber entscheiden soll, welche Patient:innen Zugang zu einem Pflegeprogramm mit persönlicher Betreuung erhalten sollen. Wer hohe Kosten verursacht galt als bedürftiger als jener mit niedrigen Gesundheitskosten. Nicht bedacht wurde, dass people of color generell niedrigere Kosten verursachten als Weisse bei gleich schlechtem Gesundheitszustand. Das Programm teilte sie aber als weniger bedürftig ein. 

Ähnliche Ungerechtigkeiten aufgrund zu weniger Daten oder falscher Schlussfolgerungen gab es bei Gesichtserkennungsprogrammen weltweit  von Microsoft, IBM und Face++ : Bei Frauen mit dunkler Hautfarbe lagen die Fehlerraten zwischen 20.8 und 34.7%, bei jenen von Männern mit heller Hautfarbe bei 0.0 - 0.8%; zudem bei Video-Persönlichkeits-Profilen in Deutschland, bei der Aufdeckung von Sozialhilfebetrug in den Niederlanden, bei der Notenvergabe per Algorithmus im Vereinigten Königreich, bei der Bewertung von Gefangenen in der Schweiz und bei der Zuweisung von Geflüchteten in der Schweiz, den Niederlanden und Kanada. 


Museum für Gestaltung Zürich

Tobia Urech, Anna Mätzener, AlgorithmWatch Schweiz Tristesse

Corinne Hartweck, Christoph Heitz, School of Engineering, ZHAW


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Corona und die Folgen


 

Corona, das war einst ein Bier

das ab und zu ich gönnte mir

nun wird es mich vielleicht vernichten

darauf kann ich getrost verzichten

 

Sitz auf dem Sofa, werde fett

die Epidermis sich verschiebt

meine Visage, nicht adrett

ein Glück, dass es die Maske gibt

 

So muss ich nicht die Fressen sehen

von denen, die nicht impfen gehen

mit Aluhut, Globuli pur

faseln sie was von Diktatur

 

Die Dame in den Wechseljahren

rauft sich empört in ihren Haaren

Unfruchtbarkeit das will sie nicht

zur Not geht sie auch vor Gericht

 

Linke, rechte, quere Lenker

leider drunter wenig Denker

mit Kind, Kegel, verzerrter Fresse

schrein sie entrückt von Lügenpresse

 

Im Homeoffice wird unterdessen

nur noch gesoffen und gefressen

wohl dem, der keinen Partner hat

dem bleibt die Scheidung glatt erspart

 

Testen, boostern, demonstrieren

bis wir den Verstand verlieren

die Waage warnt: Code orange schon

das ist das Hängenlassens Lohn

 

Fortan jogg ich nun um den Weiher

das bringt nichts mehr!, ruft froh der Geier

seine Freundin Fledermaus

weiss wies läuft, das Spiel ist aus

 

Der Bundesrat oft leise döste

so manch Problem von selbst sich löste

mein Chip von Gates, der funktioniert

hat für mich Telegramm «abonnomiert»

 

Ihr hört’s, ich kann schon nicht mehr sprechen

das Hirn nahm unabwendbar Schaden

damit tun sich wohl Leute rächen

vermutlich Erben von Bin Laden

 

Und die Moral von der Geschicht’

glaube dem Chinesen nicht

auch nicht den Verschwörungsdeppen

alle woll’n sie dich nur neppen

 

Drum impfet euch und gebt was ab

an arme Länder nicht zu knapp

das wäre mal ne gute Tat

darauf ein Bier mit Glyphosat!

 

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Montag, 21. Februar 2022

PLANET DIGITAL

 


Können Algorithmen gerecht sein? Macht uns Künstliche Intelligenz bald alle überflüssig? Gibt es eine mediale Wahrheit und was haben Lavalampen mit Datenschutz zutun?


Ein Projekt der Uni Zürich zum Stand der Digitalisierung in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste und dem Museum für Gestaltung (ich agiere als Schauspielerin)-


Interaktive Ausstellung, Buchvernissage, Workshops


11. Februar bis 6. Juni 2022 

immer Dienstag bis Sonntag


Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse 60


ANMELDUNG


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Mittwoch, 2. Februar 2022

LESUNG ROTE FABRIK HACKFLEISCH & HECHT


Ein rachesüchtiger Killerhecht, der Mörder vom Katzenbrunnen, ein verschwundenes Haus, Voodoo im Paradiesli, Twin Peaks Flashbacks am Waldweiher, ein mysteriöser Bus, ein Kegelbahngeist, verdächtig günstiges Hackfleisch und Johnny Depp featuring Hunter S. Thompson.

Hackfleisch und Hecht, das sind zehn unheimliche Stories von sechs Autor:innen und einer Illustratorin vom Zürichsee. Gänsehaut vorprogrammiert. (Illustration: Marisa Meroni)

Leseshow Hackfleisch & Hecht

Donnerstag, 24. März 2022

20:00 Uhr Rote Fabrik Zürich

TICKETS

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Freitag, 21. Januar 2022

The Garden Paul Bowles


Meine Rezension zu Der Garten / The Garden von Paul Bowles, herausgegeben und übersetzt von Florian Vetsch. Ich kann allen das Buch nur empfehlen und zu Herzen legen. Ein Kleinod.


Montag, 20. Dezember 2021

BUCHTAUFE UND LESUNG

 

Liebe Freunde des geschriebenen und performten Wortes

Lange, lange war coronabedingt Ruhe im Karton. Danach folgte der unvermeidliche Auftrittsstau. Doch nun darf ich freudig verkünden, dass es  Anfang 2022 wieder losgeht:

EINE REISE DURCH DIE WELT(EN)- OFFIZIELLE BUCHTAUFE UND LESUNG MIT APERO

Meinem neuesten Buch FATUM – Drei Pfade ins Nichts blieb coronabedingt bisher die Buchtaufe versagt. Das wird nun endlich in der wunderschönen, 1847 erbauten, Villa Grundholzer in Uster nachgeholt.

Ich lese aus allen bisher erschienenen Büchern, die mit dem Reisen zu tun haben. Der Abend gilt aber gleichzeitig als offizieller Buchlaunch von Fatum – Drei Pfade ins Nichts mit anschliessendem Apéro.

Freitag, 21. Januar 2022, 19:30 Uhr

Villa Grunholzer Uster

Reservierung ist telefonisch oder auf der Webseite der Villa  möglich:

www.villagrundholzer.ch

Eintritt ebenfalls mit Covid-Zertifikat, es gelten die 3G-Regeln, während der Lesung seid Ihr maskenbefreit. Es empfiehlt sich dringend Tickets zu reservieren – müssen erst an der Abendkasse gezahlt werden. Villa Grunholzer, Florastrasse 18, Uster (ca. 8 Min. Fussweg vom Bahnhof Uster).

BUCHBESTELLUNGEN - Susann Klossek (susann-klossek.ch)

Montag, 13. Dezember 2021

Fatum et Chliche

 


Diesen Donnerstag, 16.12.21
Fatum et Cliche
 in der Roten Fabrik. 
Mit Susann Klossek und Kyros Kikos:
Schräge Texte und Sounds, Bilder, 
ein Grieche und ein Ausdruckstanz. 
Kommt alle und habt's lustig. 

Donnerstag, 9. Dezember 2021

FATUM - Drei Pfade ins Nichts

 

 

Es gibt mal wieder eine 

wunderbare 

Rezension zu Fatum


Und nicht vergessen: Literaturshow FATUM et CHLICHE zusammen mit Kyros Kikos am 16.12.21 in der Roten Fabrik Zürich - schräge Texte und Sounds, ein Ossi, ein Grieche und ein Ausdruckstanz

Bild: Der Tag, an dem ich auf Machiavelli wartete, Susann Klossek


BUCHBESTELLUNGEN - Susann Klossek (susann-klossek.ch)

Lost in Translation

 


Aus der Reihe Lost in Translation, heute:

In einem Airport-Restaurant in Israel:

PAYMENT BEFORE ORDERING







Aus: Lost in Translation by Charlie Croker, Michael O'Mara Books Limited

Donnerstag, 2. Dezember 2021

FATUM ET CLICHE

 


Liebe Freunde des geschriebenen und performten Wortes

Lange, lange war coronabedingt Ruhe im Karton. Danach folgte der unvermeidliche Auftrittsstau. Doch nun darf ich freudig verkünden, dass es Ende dieses Jahres und Anfang 2022 gleich zwei Events gibt, die Ihr nicht versäumen solltet:

Die Rote Fabrik proudly presents im Rahmen der Fabrik am Wörter-See die Literatur-Show

Das Duo K&K schlägt wieder zu: Ich gebe Texte aus meinem aktuellen Buch vonReisen nach Ungarn, Indien, Guatemala, Sansibar, Borneo und in mein Innerstes zum Besten. Begleitet und unterbrochen bei meinem Vortrag werde ich – nicht zum ersten Mal – von Herrn Kikos, welcher, bewaffnet mit seiner Stalinorgel, eigenen Texten und Projektionstechnik, die restlichen Länder dieser Welt vergessen zu machen versucht.

Donnerstag, 16. Dezember, 20:00 Uhr (Türöffnung 19:30 Uhr)

Rote Fabrik Zürich

Clubraum

www.rotefabrik.ch

Tickets gibt es hier Do. 16. Dezember 2021 - Fatum et Cliche (rotefabrik.ch)

Es gelten die 3G-Regeln mit Zertifikat (geimpft, genesen, frisch getestet). Dafür seid Ihr im Club dann masken- und abstandsbefreit und die Bar ist geöffnet. Essen im Veranstaltungsbereich gibt es leider (noch) nicht wieder. Aber das «Ziegel oh Lac»-Restaurant hat ebenfalls geöffnet (14:00-17:30 Uhr kleine Karte; 18:30-21:00 Abendessen; Reservierung unter 044 481 62 42 möglich). Rote Fabrik Zürich, Seestrasse 395.

 

EINE REISE DURCH DIE WELT(EN)- OFFIZIELLE BUCHTAUFE UND LESUNG MIT APERO

Meinem neuesten Buch FATUM – Drei Pfade ins Nichts blieb coronabedingt bisher die Buchtaufe versagt. Das wird nun endlich in der wunderschönen, 1847 erbauten, Villa Grundholzer in Uster nachgeholt.

Ich lese aus allen bisher erschienenen Büchern, die mit dem Reisen zu tun haben. Der Abend gilt aber gleichzeitig als offizieller Buchlaunch von Fatum – Drei Pfade ins Nichts mit anschliessendem Apéro.

Freitag, 21. Januar 2022, 19:30 Uhr

Villa Grunholzer Uster

Reservierung telefonisch oder auf der Webseite der Villa ab ca. Mitte November möglich:

www.villagrundholzer.ch

Eintritt ebenfalls mit Covid-Zertifikat, es gelten die 3G-Regeln, während der Lesung seid Ihr maskenbefreit. Es empfiehlt sich dringend Tickets zu reservieren – müssen erst an der Abendkasse gezahlt werden. Villa Grunholzer, Florastrasse 18, Uster (ca. 8 Min. Fussweg vom Bahnhof Uster).

Wink mit dem Zaunpfahl: Bitte erscheint zahlreich, die emotionale und finanzielle Durststrecke von Künstlern und Veranstaltern war sehr gross, halbvolle Clubs sehen bescheiden aus und Gagen hängen mitunter von der Anzahl Besucher:innen ab. ;o) Frau K. dankt.


BUCHBESTELLUNGEN - Susann Klossek (susann-klossek.ch)

Freitag, 19. November 2021

DIE RÜCKKEHR DER WÖLFIN - DIANE DI PRIMA

 


Die Rückkehr der Wölfin

New York New York

deine einzig wahre Geliebte

irische Ministranten in Soho

treffen 22 Cousinen im Village

und unglückliche Dozenten

die Jungfrauen aus Little Rock lüsterne Blicke zuwerfen

in New York wollen immer alle aufs Land

und das Land ist überall

schon 5 Kilometer hinter Manhattan

eben einfach nicht die Stadt

dein dicker Onkel greift beim Tango üben zu

und Serge reicht dir einen strammen Martini

er (Serge) riecht nach Russisch Leder

und Pepperidge Farm Cockies

das Russel Wright Geschirr klirrt

als es sweet William seiner Schwester besorgt

ein blasser Mond über der Ausflugsgesellschaft

die sich schon bald zu Tode langweilt

und wieder weg will vom Land

New York New York

crispy Himmel überm Washington Square
im klaren Licht kommen Träume angeritten
greifbar
real
als seist du endlich an einem Ziel
das du gar nicht angesteuert hattest
du verfehlst sie, knapp, klar
sie galoppieren vorbei
ein Stück Hoffnung mit sich reissend
weil du unentschlossen warst
gezögert hast

doch:


…  IF YOU CAN MAKE IT THERE,

                              YOU WILL MAKE IT ANYWHERE …

das Leben ist eine Off-Off-Broadway-Show
und du nur die Zweitbesetzung
leise und launisch kommt die Nacht
durch deinen Kopf schiesst die Farbe Blau
Träume gehüllt in Seidenroben
ein Zimmer

dessen Wände dich mit gelben Zähnen angrinsen
die Heizung rattert den Sound dazu
unstet
ein bisschen neben dem Takt
unerbittlich
während der eisige Wind durch die Ritzen zieht
und an deinen freigelegten Hüften

eine unvollzogene Erinnerung hinterlässt
deine Hand auf einem Hintern

 

Tomi Petra Matilda Susan Eva Kate Lee und Mara

 

der Liftboy

die Kellnerin

dein Junkie im Hinterzimmer
der Himmel beginnt zu summen
auf den glänzenden Strassen tanzen stumme Heere
der Sturm kommt die enge Wendeltreppe rauf
fiebrig hockst du wie auf Kohlen
gleitest auf Nebeln dahin
als paddele weisses Puder durch dein Blut

25-Cent-Sandwiches im MoMa

dicke Bohnen und Haferflocken zum Frühstück

vor erkalteten Kaminen

hinter eingeworfenen Fensterscheiben

 

little, big und dirty John

alle arbeiteten sich an dir ab

auf schmierigen Küchenböden

und in durchgelegenen Betten

auf dem Chaiselongue

und auf schweren Teppichen

in Lofts schwerreicher Gönner

selbst Jack Kerouac taucht in dich ein

während der alte Plattenspiele

eine Stan-Getz-Scheibe nudelt

und Leslie Allen Ginsberg einen bläst

überall Zuhälter

und Stricher

und Drogenhändler

und Hausfrauen

tschechische Gesangslehrer

Russen, die bei Jung studieren

Bratschenspieler vom Balkan

und lettische Übersetzer

Models Gangster Callgirls Spieler

Hafenarbeiter Klempner Drucker

Puffmütter Komponisten Werbemenschen

Frisöre aus Ohio

schwarze Mädels in grellen Perücken

chartreusegrün und lavendelbleu

in der Lower East Side

Klienten für alle Fälle

und alle warten auf die grosse Rolle

im Theater des Lebens

und Raphael Soyer malt dich nackt

und Marlon Brando ist genervt

während Peggy Lee von Fieber singt

und Ezra Pound erklärt dir die Selbstvermarktung

Nervenzusammenbrüche und Verfolgungswahn

Winterdepression und Sommerfrische

Organe und Orgasmen

 

du liest Lunch Poems

im abgewetzten Ledersessel

für die Stadt würdest du

deine Lieblingskakerlake killen

und den Zen-Buddhismus

und die Alchemie aufgeben

du bist die Wölfin

die Unbezähmbare

in einer Stadt voller Hyänen

es gibt nichts mehr zu leugnen
diese Stadt
ein Lebensgefühl formvollendet
und schön wie einsames Frühlingserwachen
immer und immer wieder
New York ist auf deiner Seite

Erstveröffentlichung in der Sonderausgabe zu 
Diane di Prima 
der Fabrikzeitung Nr. 372 /Oktober 2021 - Rote Fabrik, Zürich

Bild: Susann Klossek