Donnerstag, 20. Juni 2013

Schlechte Literatur



Ach! Wie ich sie über habe
die Weicheier der so genannten echten Literatur
mit ihren Nettigkeiten in schlechte Sprache verpackt
Möchtegernausbrüche aus einem banalen Hausfrauenalltag heraus
ohne Abgründe
ohne Dreck
ohne Mut
ohne Leidenschaft
einsame Herzen, denen nur eins fehlt: Herz
Herbstblumengesäusel
und provinzielle Betroffenheitslyrik
Austausch beschränkter Köpfe
die vorgeben Freigeister zu sein
deren Welt an den Grenzen ihres eigenen Gesichtsfeldes endet
albern lächelnd frönen sie der Schaumschlägerei
ergötzen sich an ihrem leeren Gerede
sinnentleerte Sprache
Titel - Thesen - keine Temperamente
und Dieter Moor wechselt den Vornamen
keine Fragen
noch weniger Antworten
adrett gekleidete Luschen
die sich für aufmüpfig halten
wenn sie den Terminus "Liebe machen" bemühen
Ficken heisst das, schreit's aus dem Off
literarische Ergüsse ohne den Akt im Kopf
sind wie vorgetäuschte Orgasmen
nichts echtes
nichts das auch nur eine Stunde überdauert
abgedroschene Ansichten
seichte Plaudereien
pseudointellektuelles Geschwurbel
dem nicht mal sie selbst folgen können
sie schreiben für die Tonne
und selbst die tut beleidigt
auch wenn das Zeug biologisch abbaubar ist
politisch korrekt bis zum Erbrechen
Einheitsbrei zwischen Pfefferminztee und selbst gebackenen Plätzchen
während Leserinnen mit glasigen Augen
den Monologen ihres Meisters lauschen
der sich selbst für einen Gott hält
sollen wir langweilige Details aneinanderreihen?
dafür gibt es Fachidioten
ich würde gern einen Bestseller landen
nicht des Berühmtseins wegen
nicht für das Geld
aber um es all den selbstgefälligen Arschlöchern zu zeigen
die nur ein spöttisches Lächeln für mich übrig haben
 

Samstag, 15. Juni 2013

Indianer-Weisheit



Wenn du ein totes Pferd reitest, steige ab!
 
Um das Gesicht nicht zu verlieren, hier noch ein paar Zusatztipps:
 
Du kannst erklären, dass ein totes Pferd von Anfang an Dein Ziel war.
 
Oder behaupten, dass das Pferd nur gerade schläft.
 
Oder ändere die Parameter, die sagen, wann ein Pferd tot ist.
 
Und: Kein Pferd ist so tot, dass sich daraus nicht noch eine leckere Lasagne zubereiten liesse.
 
Rauche dazu eine Friedenspfeife.
 
HOWGH!

Freitag, 14. Juni 2013

Wohnung zu vermieten


Rudi hatte auch unabhängig vom 1. April immer einen kleinen Scherz auf Lager. Leider wurden seine perfiden Witze nur selten von seiner Umwelt goutiert.

Rudi reagierte mit Unverständnis und Renitenz, was ihn nur noch weiter an den Rand der Gesellschaft rückte. Er musste weiterhin an der Peripherie des Lebens dahinvegetieren.

Und wenn er nicht gestorben ist, hat er noch immer eine Wohnung im Grünen zu vermieten.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Missverständnis

 
"Kotzen?", fragte der Taxifahrer seine Passagiere.
'Gute Idee!', dachten die sich
und erbrachen sich über die neuen Ledersitze.

Dienstag, 11. Juni 2013

Erledigt!



Keine Sorge, 
DAS Kind
wird Dir nicht mehr
den Schlaf rauben!
Krieg ich ein
Leckerli?

Montag, 10. Juni 2013

DONE



On the morning of March 20
after being greeted by the suburban rats
with a customary "Have a rotten day"
he became aware
that he had just spent the past 20 years
in some middle-class SUV
then something started to kick in
he hoped it was the green ones or blue ones
because he hadn't even taken any of the red ones
 
 

Samstag, 8. Juni 2013

SCHREIBWETTBEWERB



Ich wollte mal wieder den Versuch starten an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen und stöberte ein bisschen im Internet herum, was sich denn so anbietet. Doch wie ich feststellte, fiel ich mal wieder überall durchs Raster, weil ich

nicht mehr jung bin

kein Newcomer bin

keine 18 mehr

und noch keine 80 bin

kein Mann bin

kein Tiroler bin

weil ich schon veröffentlicht habe

weil ich noch nicht genug veröffentlicht habe

weil ich nicht das richtige veröffentlicht habe

weil die Zeichenzahl zu lang ist

oder zu kurz ist

weil ich den Blocksatz nicht einhalte

weil ich den Blocksatz einhalte

und Calibri statt Arial verwende

und zu viele Anschläge pro Seite verursache

weil das nicht zum Thema passt

weil bei mir Leer- und nicht Lehrzeichen anfallen

weil ich nicht weiss, was Lehrzeichen sind

weil ICH deutsch kann

weil ich nicht pseudointellektuell dahinschwafle

nicht in der Midlifecrises stecke

weil ich eine Frau und keine Blume bin

weil ich Tacheles rede

weil ich verständlich schreibe

weil ich keine Angst vor dem Leben habe

weil ich was zu sagen habe

weil ich Eier habe

und nicht Scheisse im Kopf

hat es Euch eigentlich ins Gehirn geschissen?

schreiben ist ein KREATIVER Prozess

bei all diesen Reglementierungen und Einschränkungen und Schranken und Grenzen und Bedingungen und Verboten und Regeln müsst Ihr Euch nicht wundern, wenn Ihr Eurem eigenen kleinen langweiligen Möchtegern-Literaturdunstkreis, dessen Ergüsse Ihr nicht mal selbst versteht, geschweige denn jemand, der normal ist und in der wirklichen Welt lebt, niemals entrinnen werdet. Bleibt doch unter Euch und tippt weiter 1800 Anschläge im Blocksatz auf handgeschöpftes, umweltfreundliches Papier, vergebt Eure Preise an Euch selbst, gebt Kurse, an denen man nichts lernt, ausser, solche Kurse nicht zu belegen, aber wundert Euch nicht, wenn Euren Mist keiner lesen will.

 

 

 

Freitag, 7. Juni 2013

Zürich im Juni 2013


Regen, 6 Grad, überteuerte Einheitsbrei-Geschäfte, wolkenverhangener Himmel, Reglementierungen, Verbote, Ausrottung des Drecks und Abtrünnigen, was zu einer Weltstadt, was Zürich sein will (pardon, ich muss schnell mal lachen) eigentlich dazugehört. Gesäuberte Strassen, Abriss alternativer Kunst- und Kulturoasen, Huren versorgt in Verrichtungsboxen am Stadtrand, unbezahlbarer Wohnraum, seit über 20 Jahren Grossbaustelle Bahnhof, Verkehrsadern mitten durch die Stadt und Auftischverbot auf dem Trottoir. Ansätze von Leben werden im Keim erstickt. 

Und da fragen sich die Leute, wieso die Schweiz eine der höchsten Suizidraten weltweit hat. Besonders gefragt ist die Selbsttötung in reformierten, industrialisierten, urbanen Kantonen. Da leistet ja Zürich jede Menge Sterbehilfe. Danke!

Donnerstag, 6. Juni 2013

Luther spricht


Ich empfehle daher: Öfters mal ein Witzli reissen, vorzugsweise auf Kosten Anderer.
Sich einmal täglich eins lachen, auch wenn es sich um Galgenhumor handelt.
Einmal täglich Szene putzen,
zweimal wöchentlich Verkehr
und: Kohlenhydrate, Kohlenhydrate.
Dicke sollen ja bekanntlich lustiger sein.
Ausnahmen (ich) bestätigen die Regel.
Guten Tag.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Vor dem Casting



Bevor Loulou zum Casting für "Burlesque II" antreten konnte, musste sie sich zuerst einer Rundumerneuerung unterziehen. Tipps dafür, auch im hohen Alter zwar irgendwie ein wenig plastisch so doch aber noch jung und frisch zu wirken, bekam sie von Cher persönlich. Loulou strebte die Rolle der Ali Rose - in Burlesque I verkörpert durch Christina Aguilera - an und würde notfalls auch mit dem Regisseur eine Runde auf die Besetzungscouch verschwinden.  

Dienstag, 4. Juni 2013

Über Verbote


 
Das Anbringen von Verbotsschildern
und die mit jeder dämlichen Reglementierung daherkommende Belästigung
meiner Person ist hiermit
strengstens untersagt.
Bei Zuwiderhandlungen werde
ich mir vorbehalten,
ein bis drei Kunstwerke
aufzubringen!!!

Montag, 3. Juni 2013

Altmaiers Eiertanz




"Die Zahl meiner Follower auf Twitter wächst jeden Tag", sagt Umweltminister Altmaier und hält dabei sein Blowjob-Mäulchen, um das ihn jede Edelnutte beneidet, medienwirksam in die Kamera.

Meine Mutter schaltet mental ab, denn ausser die Zahl meiner     wächst jeden Tag versteht sie nicht, wovon eigentlich die Rede ist.
"Was wächst dem?"
"Ach, nur die Zahl der Trottel, die mit ihm verblöden", sag ich.
"Der soll sich lieber mal um die Umwelt kümmern", schimpft meine Mutter.
Hatter aber keine Zeit für.

Ich wette, A. versteht auch nicht wirklich, was er da tut und welchen Schwachsinn er da in die Welt hinaus zwitschert und welchen Sinn das macht, wenn 100'000 Deppen seinen Politik- und Alltagsbanalitäten folgen.

Aber sein PR-Berater hat ihm sicher was von Social Media ins Ohr geflötet und dass man da unbedingt dabei sein muss, um nicht weg vom Fenster zu sein. Wobei ein offenes Fenster in einer oberen Etage nicht immer die schlechteste Idee ist....

Aber bereits der Name Social Media birgt einen Widerspruch in sich: Medien sind nicht sozial. Genauso wenig wie Politiker. Oder Chief Executive Officer. Oder Diktatoren. Nicht auszudenken, wenn Adolf nen Twitter-Account gehabt hätte!
 
Wiederwahl und Geld
                                       Wiederwahl und Geld
                                                                                          Wiederwahl und Geld
 
Macht                                                             Macht                                                                   Macht

Alles wird virtuell, nur das fehlende Atommüllendlager, das bleibt real, da kann sich A. einen Wolf twittern.

Die Rente ist sicher!

Gorleben ist sicher!

SICHER!

Altmaier! Ich zwitschere Dir gleich mal eins!

Nur eins is' sicher: nichts ist sicher



Originalfoto: FTD/Patrick Lux/2012

Susi K. liest auf dem Klo: Der Verwalter



Ausschnitt aus: "Der letzte grosse Bluff"

Sonntag, 2. Juni 2013

Lob der Schönheit



In seiner Hässlichkeit kam er H. sehr nahe
Doch fehlte es ihm an der ausgewogenen Mischung
Aus Intellekt und Kreativität
 
Auch wenn ansatzweise Brocken an Weisheit
Seine Aussagen begleiteten
Und aus den Augen
Die an mir klebten wie Geleé Royal
Etwas versöhnlich Stimmendes strahlte
Konnte ich mich nicht dazu entschließen
Ihn für irgendeinen Bereich meines Lebens
In Betracht zu ziehen
 
Und so wie sonst äußere Schönheit fast störend wirkte
Hätte sie hier über so manche Enttäuschung hinweggeholfen

Montag, 27. Mai 2013

KONFUZIUS SAGT:

 
LECK MICH AM ARSCH,
ES IST MONTAG.
DENK DIR GEFÄLLIGST
SELBST NE WEISHEIT AUS!

Sonntag, 26. Mai 2013

Freitag, 24. Mai 2013

Montag, 13. Mai 2013

LEUTE

 
(Bild: Edward Hopper "shop suey")
 

Jahrelang dachte ich
Ich sei wunderlich
Doch tatsächlich gibt es Leute
Mit denen man nicht reden kann
 
Man sitzt in unfreundlichen Cafés
Auf unbequemen Stühlen
Seinen Arsch breit
Und einem Alien gegenüber
 
Und das war´s dann auch schon


 

Freitag, 10. Mai 2013

THE TRUSTEE


There's always
some idiot sitting at the next table
going off on some loud-ass rant
There are days when I'd like to get up
and knock him one right in his gob
Instead I just sit there
and raise my glass
to the achievements of civilization
 
I was drinking my tall chai latte and thought:
you're standing dangerously close
to the edge of a big, scary hole, buddy
Between his legs
a dog fidgeting about
"Your master's teetering on edge", I whispered
"I know he's an asshole, but he still manages to feed me."
That's exactly the problem: there's always someone who manages to get food on the table
 

Mittwoch, 8. Mai 2013

Der Ruf des Muezzin


 
Der Muezzin er schreit
denn es ist soweit
die Herren fallen auf die Knie
tun reuig Abbitte wie nie
die Weiber mit dem Tuch am Kopf
geeignet nur für Bett und Topf
separat beten sie hinter Gittern
denn Muselmann tut Unheil wittern
die Frau an sich ist brandgefährlich
das meint der Gottesfürcht'ge ehrlich
drum werft die Burka über sie
trab hinterm Mann wie dummes Vieh
denn ist sie erstmal an der Macht
wird in der Moschee sogar gelacht
das tut dem Mann gar nicht gefallen
dann scheint die Sonne über allen
 
 (Foto: Susann Klossek, Istanbul, Mai 2013)
 

Montag, 6. Mai 2013

Das Ende der Liebe



Tragödien oder mögliches Glück
Liegen nur
Einen Steinwurf entfernt
Wir begehren was wir verabscheuen
Wollen ist nicht dasselbe wie brauchen
Sagtest du und warfst den Fisch ins Feuer
Man will etwas abpflücken
Was einem dann doch nicht schmeckt
Manchmal ist man am einsamsten
Wenn einen jeder glücklich wähnt
Und die vollkommene Liebe
Ist mitunter nur
Ein Schmierentheater

Donnerstag, 2. Mai 2013

Be down for the count



Hey, smile, why don't you"
said Linda to Roy
while taking a drag
on a sloppily rolled joint
Roy made a face
with his face
The room was cold as ice
You might've seen your breath
it it hadn't long since been
taken away

In some sense, he was in boxing ring of life
and the final count was long over
There really was't any reason
to get up
This round was definitely lost

 (Foto: Spiegel online)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Zum 1. Mai



Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.
 
Karl Marx
 
und genau so wurde es gemacht und: das ist ja mal gründlich in die Hose gegangen! Also Leute, die Ihr da heute die alten Parolen ruft, lasst Euch doch mal was Neues einfallen.