Freitag, 30. Oktober 2020

Kurzes in der Jungen Welt

 


Die Junge Welt

 hat mal wieder Kurzfutter von mir gebracht.

Heute: Einsicht 

Petro22 - Zeitschrift für Tropen


Pablo Hallers Magazin Petro22 ist diesen Oktober online gegangen. In der zweiten Online-Ausgabe bin ich mit ein paar Tropengedichten mit dabei. Auf deutsch und spanisch. 

Die erste Print-Ausgabe erscheint Anfang 2020.  Viel Vergnügen bei der Lektüre. 


Guatemala-Gedichte auf Petro22

Zwei Texte auch auf spanisch

Sonntag, 25. Oktober 2020

Chinesische Produktbeschreibungen

 



Ich war heute im Museum Rietberg in einer tollen Ausstellung Sehnsucht Natur - Sprechende Landschaften in der Kunst Chinas. Super Ausstellung, sehr zu empfehlen. 

Da ich auf Trash und Vintage stehe, erstand ich im Shop danach ein, wie ich dachte, amüsantes Kerlchen. Wie ich später zu Hause feststellte, handelt es sich allerdings um einen schwulen Panda. Natürlich können auch schwule Pandas amüsante Kerle sein. Mein kleiner Gay guckt allerdings leicht bedröppelt, als wäre es ihm doch lieber, er wäre ein Guy. 

Mir ist die sexuelle Orientierung meines Spielzeugs einerlei, etwas enttäuschend war dann allerdings, dass sich gar nicht, wie versprochen, ein Uhrwerk in der Kiste befand. 

Aber vielleicht ist das alles auch nur Irreführung des chinesischen Geheimdienstes, um noch schneller als vom Rest der Welt befürchtet, die Herrschaft über selbige zu übernehmen. Pandi wird es mir nicht verraten. Aber trommeln kann er wunderbar. Allerdings nur, wenn ICH ihn aufziehe. Bäh!



Freitag, 11. September 2020

Kartenset zu verkaufen

 

Ich werde von diesen 12 von mir gemalten Originalbildern Kartensets (Standard-Postkartengrösse) produzieren. Eignet sich als Geschenk für Feministinnen mit Sinn für Humor gleichermassen wie für Gleichstellungsbeauftragte oder Freunde schräger Kalender, Leute, die gerne witzige Karten versenden oder vor nackten Tatsachen und bösen Sprüchen nicht zurückschrecken.

Da die Herstellungskosten vergleichsweise hoch und die Bilder Unikate sind, wird ein 12-er Set etwa um die 32 Franken kosten. Um zu wissen, wie viele ich in etwa produzieren muss, wollte ich mal nachfühlen, wer Interesse hätte, eins zu erstehen. Direktbestellung hier (oder per PN) wäre ideal.

Sollten Einzelkarten gewünscht werden, so ist auch das kein Problem. Eine Karte kostet 2.90 CHF + Porto (Versand auf Wunsch mit A- oder B-Post).


Dienstag, 8. September 2020

VARANASI - Endstation Ganges - 2. Auflage

ZÜRICH-INDIEN-RETOUR


Für alle, die die Erstauflage verpasst haben:


VARANASI – Endstation Ganges


(das Buch zum wahnwitzigen Literaturstipendiums-Aufenthalt in Indien) erfreute sich groer Beliebtheit und wurde allenthalben in den höchsten Tönen gelobt. Die Erstauflage ist ausverkauft, das Buch geht daher in die zweite Auflage und heute in den Druck (erhältlich in ca. 14 Tagen).


Die Zweitauflage ist zugleich eine Neuauflage: Mit dem gONZoverlag Mainz hat sich mein Hausverlag rund um die wunderbare Miriam Spies meines Werkes angenommen. Neues Format, neues Cover, neues Layout, neue ISBN: 978-3-944564-46-3. Der Inhalt ist unverändert (gut) geblieben. Ebenso der Preis.


Es kann ab sofort für 14.95 Euro (D/A) oder 18.95 CHF (CH) + Porto bei mir bestellt werden. Wer eine Widmung möchte, bitte bei der Adressangabe mitteilen. 


Es kann zudem im gONZoverlag (http://www.gonzoverlag.de/oder in jeder Buchhandlung und im Online-Handel bestellt werden.

Sonntag, 6. September 2020

Tut-Tut-Magazin #13 - KLOSSEK - ONEHUNDREDENDEIGHTORDERS


Das Tut-Tut-Magazin #13 ist gedruckt. Mit nicht jugendfreiem Text von mir, untermalt mit nicht politisch korrekten Bildern vom Tut-Tut-Team. Wer meine

ONEHUNDREDANDEIGHTORDERS

noch nicht kennt oder sie mal weiss auf schwarz haben möchte.

Es kann JETZT bei mir bestellt werden. Oder direkt beim Magazin www.tuttutmagazin.de (Menü/Kaufen). 4 Euro / 6 CHF + kleines Porto. Dann mal los liebe Murkelmäuse und Freunde der Schlüpfrigkeit.

NOTZEN AUS DEM EXIL - PART XI


 

DER DREH II

Seit Stunden stehen wir

am offenen Grab von Kurti Wyss

die Sonne brennt sich unerbittlich

in die weich gewordenen Synapsen

neben mir steht Roeland Wiesnekker

so nah und doch so weit entfernt

ich könnte ihn anfassen

und in seine Wange kneifen

ihm übers ordentlich gekämmte Haupthaar streichen

mich gelüstet

nach sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

doch die Hauptdarsteller sind tabu

als wären sie aus einem edleren Material als wir

von der Knochen-Muskel-Fett- und Hautfraktion

und überhaupt Corona und der ganze Distanzierungsstress

und Kurti wartet immer noch versenkt zu werden

aber laut Kreuz stirbt er erst 2021

das zieht sich hoffentlich nicht ganz so lange hin

das TOI TOI verfügt nur über begrenzte Kapazitäten

und seit Corona ist das Catering beschissen

was so ein Virus alles nach sich zieht

das hat der Flughund nicht bedacht

dann ist er endlich in der Erde

der suizidale Bauernsohn

und wir singen Grosser Gott, wir loben dich

noch nie so lange in der Kirche gesessen

die Kunst verlangt mir vieles ab

«Mir dreijet»

«Wir drehen, Ruhe bitte!»

«Ton»

«Ton läuft»

«Kamera»

«Yep»

«Uuuuund Action!»

«Cut, Rahel, du bist zu nah»

«Könntest du da vorn weniger mit dem Kopf wackeln»

«Statisten bitte mehr Leben in der Bankreihe 6»

«Aber nicht übertrieben»

«Auf Anfang bitte, Aaaachtung, mir dreijet»

Ich DREH auch gleich

am Rad

NOTIZEN AUS DEM EXIL - PART X


 

DIE GEMÜTSLAGE

Ich fühle mich heimatlos

entwurzelt

in dieser fremden Behausung

doch im gewohnten Dunstkreis

es ist eben nicht wie Ferien

auch wenn mir das manche weismachen wollen

ich reise nicht

und erlebe nichts

ich krieg nur Berichte von Rohrbrüchen

Asbestbelastungen

und Wasserschäden

ich kann nicht arbeiten

ich bin blockiert

mein Leben steckt in Kisten

hinter Abdeckfolie versorgt

ich kann nicht mal weg

weil ich nach der Rückkehr in Quarantäne müsste

keine Ahnung, wo die sein könnte

also sitze ich aus

meist liege ich

und lausche den News von draussen

C. hat gekündigt wegen (In)differenzen

S. ist auf Kurzarbeit und danach weg vom Fenster

B. wurde entlassen wegen Renitenz

und M. geht in die Politik

weil er sich langweilt

in seinem überbezahlten Job

ich genehmige mir ein 3-Gänge-Menü

lieber verfress’ ich das letzte Geld

als es irgendeiner Institution in den Rachen zu stopfen

überall muss ich Zettel mit meinen Daten ausfüllen

der Beweis, dass das digitale Zeitalter

 noch in weiter Ferne liegt

am Nebentisch drei antiautoritär erzogene Gören

sie benehmen sich wie freche Schweine

eins heisst Alexa

da ist die Virtuelle Amazon-Trulla ja noch angenehmer

es juckt mir in der Hand

der blöden Mutter mit der aufdringlichen Stimme

eine Backpfeife zu geben

Alexa schmeisst alles auf den Boden

das Essen

den Sirup 

sich selbst

einfach weil sie Lust drauf hat

der See ist hier am Ufer bereits tief

da wäre sie schnell weg

und nach anfänglichem Aufruhr

kehrte endlich Ruhe ein

und auch mein Wohnproblem

wär’ ein für alle Mal gelöst

ich würde gern ein Wutseminar buchen

doch das verhindern die Abstandsregeln

Alexa ist stiften gegangen

vielleicht löst sie das Problem selbst

heldenhaft würde ich sie aus dem

Wasser fischen

Rettung in letzter Sekunde

die Heldin der Roten Fabrik

einst brillierte sie hier auf der Bühne

jetzt rettet sie Leben von Kleinkindern

Safeguard Susi

Retterin der Vermehrten

Entartete der Verqueren

 

Später im Airbnb treffe ich erstmals

 einen vom Mittelstock

im weissen Unterhemd und Topf in der Hand

steht er ratlos in der Küche

er hat ein nettes Gesicht und einen slavischen Akzent

«Ich bin Adi»

«Susann, freut mich. Adi wie Aaaaa...?»

«Adolf»

«Ja dann»

 

Montag, 31. August 2020

NOTIZEN AUS DEM EXIL - PART IX


 

DAS CAFÉ

Drei Businessmen im feinen Zwirn

ziehen über Frauen her

die abnehmen sollten

und nur mal gebürstet gehören

zwei Schweizer und ein Deutscher

wobei Ersterer der Rädelsführer ist

und die anderen zunehmend in sein Gesäss vorrücken

seine dreckige Lache macht dem Joker Konkurrenz

weitere Qualitäten scheint er nicht zu haben

wenn das die neue Elite ist

dann gute Nacht

jetzt fährt ein rotes Cabrio vor

das Schweizerkreuz in den Lack gespritzt

Tag der Patrioten vermutlich

hinten ein Aufkleber der SVP

ZU VIEL IST ZU VIEL!

genau! also schleich di

manchmal schielt der Deutsche zu mir rüber

«Sind wir zu laut?»

«Das auch», sag ich, und: «Euch ist schon klar,

 dass wir Euch alle hören, wir Frauen.»

ein Rockergirl stimmt mit erhobenen Daumen zu

auf ihrem Shirt steht

Follow your fucking dreams, not me!

die Münder der drei selbsternannten Musketiere bewegen sich

aber es ist nichts zu hören

weil die Alarmanlage eines Riesen-SUVs

 im Sekundentakt anschlägt

und jetzt wird einer des Trios

mit Umarmung und Rapperpose verabschiedet

wie toll das doch war

sich mal wieder zu treffen

und kaum ist er weg

zieh’n die anderen über ihn her

als wäre er der letzte Honk

Waschweiber sind nichts dagegen

dann steigt der Deutsche in einen BMW

mit Münchner Kennzeichen

ich denke: typisch

aber er ist gar kein Bayer

trotzdem, dann typisch Mann

irgendwas ist immer typisch

um das Revier zu markieren

das gar nicht seins ist

lässt er den Motor nochmal aufheulen

bevor er, schon siegessicher, den SUV streift

im Alarmgeheul der Protzkarre denke ich nur

 halleluja, was für Wichser

 

 

 

NOTIZEN AUS DEM EXIL - PART VIII


 

DIE BAUSTELLE

Mein Bad – wie nach einem Erdbeben

oder wie ich es mir nach einem Erdbeben vorstelle

Kriegsmetaphern spar ich mir

das wäre dann doch übertrieben

obwohl: so ohne Wasser und Strom

Kühlschrank und Möbel

in Schutt und Asche

und Staub versunken

mit Wasserrohbruch und abgerissenen Fliesen

bevor das Asbest-Sonderräumkommando anmarschierte

wie in einem Flüchtlingslager im Libanon

wobei bei mir ein Ende abzusehen ist

auch wenn sich das zu verzögern scheint

wer so ein echter Abreisser ist

kennt keine Gnade

und ist hart im Nehmen

die Asbestlunge wird’s ihm nicht verdanken

aber das kann mir egal sein

auf meinem Zettel für die Maler

zur Dübel-Erhaltung

hat einer OH MEIN GOTT! gekritzelt

ich fürchte, Gott hat damit nichts zu tun

aber wenn man keine Anordnungen gibt

machen sie, was sie wollen

weil alles scheissegal ist

Vertrauen ist schlecht

und Kontrolle nötig

beim Nachbarn haben sie die Türen zugetackert

bevor er die Bude geräumt hat

vermutlich wird er jetzt zwangsentsorgt

im Keller, den sie für ihn umdekoriert haben

im Briefkasten das Extrablatt der SVP

damit können sie das Loch in der Mauer stopfen

hält sicher hundert Jahre mit der Propagandaschmiere

und wär’ das nicht genug

 sagt Erdoğan, der Komödiant vom Bosporus:

 «Wir sind bereit, Märtyrer zu werden!»

ach! fick dich doch mal selbst statt Ziegen

und Hochwasser im Tessin

und kriminelle Banden in Göteborg

Corona-Gegner auf Schulterschluss mit Nazis

stürmen den Reichstag wie einst die Hitleranhänger

ja seid ihr denn alle verrückt geworden?

und Trump reist nach Kenosha

um die Polizei zu treffen, versteht sich

bei schwarzen Opfern ist er auf beiden Augen blind

Trumps Bruder Robert hat das einzig richtige getan

er ist gestorben

hat sich hingelegt und ist abgetreten

vermutlich konnte er es nicht mehr ertragen

«Wir werden uns wiedersehen», sagt Donald

und ich hoffe das passiert bald

am bestem vor dem 3.11.

gegen das globale Desaster

ist meine Baustelle ein Ort der Harmonie

es ist immer eine Frage des Blickwinkels