Freitag, 21. September 2018

Speed Dating

Kürzlich empfahl mir jemand Speed dating
war voll Scheiße
ich vertrag einfach keine Drogen

Donnerstag, 20. September 2018

PhoBi 2018

Zum Thema 
Simulation und Erbrechen
 ist der diesjährige PhoBi Almanach soeben erschienen. 
Ich durfte wie immer meinen Senf dazu beitragen. 

Bestellungen (5 Euro) wie immer oldfashion offline unter: 
PhoBi-Redaktion, Guldeinstrasse 48, 80339 München

Donnerstag, 6. September 2018

SANGAM


Das Alice Boner Institut Varanasi,
das Museum Rietberg Zürich und
die Stadt Zürich laden ein,
VARANASI
durch die Augen und Ohren der sieben Künstler, die im Alice Boner Institut gelebt und gearbeitet haben, kennenzulernen. 

Performance, Tanz, Lesung, Film, Sounds

Künstler:
Susann Klossek
Claudio Danuser
Nicolai Antoniadis
Ira Goldbecher
Nicola Durvasula
Suzanne Zahnd
Mirjam Bührer

9. September 2018 - 11 Uhr

Museum Rietberg Zürich

Lecture Hall, Park-Villa Rieter

öffentliche Veranstaltung
wir freuen uns auf rege Beteiligung

(Ticket-Reservierung werde empfohlen, liess ich mir sagen)


Sonntag, 2. September 2018

Varanasi


«My name is Pablu, like Pablu Picasso», sagte Pablu, nachdem er mir einen langen Vortrag über die gleiche Daseinsberechtigung aller Religionen gehalten hat. Dass von mir aus allen Religionen besagte Berechtigung entzogen werden könne, verschwieg ich fürs erste.

«Picasso hieβ übrigens Pablo», sagte ich stattdessen.

«Ja, Pablu, sag’ ich ja», sagte Pablu. Eine gewisse Hannah aus den Staaten wollte ihn zum Christentum bekehren und drohte ihm mit der Hölle, falls er es nicht täte. Nach sechsmonatigem Bibelstudium sei er zu dem Schluss gekommen, dass das Christentum zu kompliziert sei. Das sagt ausgerechnet ein Hindu. Hannah rede seither nicht mehr mit ihm und ich versicherte ihm, dass das a) sehr gut sei und es b) die Hölle nicht gäbe. Allenfalls auf Erden, aber das wisse er ja, schlieβlich lebe er in Varanasi.

«Yes, city of death», sagt Picasso und lacht. «Do you like chicken? I do, but don’t tell somebody.»

(Ausschnitt aus Varanasi - Endstation Ganges; Buch erscheint 2019)

Dienstag, 14. August 2018

Aus die Maus

 
Als du meine neue Frisur nicht bemerktetest
immerhin ein Unterschied von 30 Zentimetern
wusste ich, dass mein Bild bei dir bereits verblasst sein muss
auch ich dachte immer weniger an dich
eine Tatsache, die man mitten im Sturm bis aufs Blut abstreiten würde
ist das der übliche Lauf der Ding
oder haben wir ganz persönlich versagt?
du sprichst von einer Alters-WG
mit deren Planung man früh genug anfangen müsse
und mir wird klar
unser Zug ist ein für alle mal abgefahren
auch wenn ich noch nicht dazu bereit bin
unsere Akte endgültig zu schließen

Montag, 6. August 2018

Rechtschreibung

Freudig erregt fragte ich mich, was genau eine Autorenbahn sein könnte, die ich auf dem Singapurer Stadtplan fand. Wie enttäuschend, als es sich schlicht und einfach um eine Autorennbahn handelte.

(Zugrunde liegendes Originalfoto: How Hwee Young)

Donnerstag, 2. August 2018

DAS KANN ICH BESSER

Seit geraumer Zeit bewerbe ich mich, für Stellen, an denen sie Kreative suchen, die auch mal etwas wagen und um die Ecke denken. Leider ist der Art der Anzeigen bereits anzusehen, dass sie genau das nicht suchen.

Wäre ich ein eher konservativer, traditionsbewusster, pseudo-aufmüpfiger, dem urban Lifestyle zugetaner Digital-Native-Student oder -Studienabgänger zwischen 20 und maximal 35, der sich trotz bester Leistungen und Social-Media-Meisterbrief und Erfahrung seit dem zweiten Lebensjahr, mit ausgezeichneten Deutsch- sowie Fremdsprachenkenntnissen in Englisch, Französisch und Chinesisch, freiwillig und demütig mit einer Praktikantenstelle (beschränkt auf 1 Jahr) zufrieden gibt, der gerne auch Feiertags-, Wochenend-, Früh- und Abenddienste absolviert und dabei keine eigenen Ideen äussert und genau das ausführt, was das Unternehmen garantiert nicht weiterbringt, hätte ich bereits einen Job.

Wer wirklich Kreative sucht, die auch mal Risiken eingehen, die wirklich frischen Wind reinbringen, die nicht obrigkeitshörige Ausführer irgendwelcher Schnapsideen sind, die vielleicht einen Knick im Lebenslauf haben, eben weil sie kreativ sind und nicht jahrzehntelang einer 0815-Schiene gefolgt sind, der könnte beispielsweise auch mal so inserieren:

Am Anfang war das WORT. Deshalb suchen wir einen Wortkünstler, der einer Idee, einem Bild Leben einhaucht. 

Du setzt immer auf die GROSSE IDEE. Du brauchst nicht mehr als drei Sätze, Deine Idee zu erläutern. Mit Deiner Kreativität verhilfst Du dem Originellen über die Gewohnheit zum Sieg.

Deine Ideen entspringen nicht Deinem Laptop, sondern Deinem Kopf. 

Du tust in Deinem Leben das, was Du gerne tust, Du bist glücklich, wenn Du kreativ bist. Du verschwendest nicht Dein Talent, weil Dir der Mut fehlt. Bewirb Dich, wenn Du tollkühn bist. Wenn Du vorsichtig bist, lass es bleiben. Es gibt keinen vorsichtigen Kreativen, es gibt keinen Mittelweg.

Du lässt Dich durch Fehler nicht unterkriegen und machst weiter, ohne lange darüber zu grübeln. Zu viel Analyse führt zu Paralyse. Du vertraust in Dein Talent. 

Du lehnst Dich nicht an die Mittelmässigkeit anderer an, Du hechelst keinem Trend hinterher. Die einzige Richtung ist eine neue Richtung.

Du arbeitest allein oder in ganz kleinen Teams, denn kollektives Nachdenken führt zu mentalem Stillstand. 

Du hast keine Hemmungen, Dich von Ideen anderer zu bedienen und neue daraus zu machen. Du verschwendest keine Zeit – das Rad ist schon erfunden. Dich selbst erfindest Du aber immer wieder neu.

Du lässt Dich nicht von Dummschwätzern einlullen, Du bist unverschämt und auch mal politically incorrect. Es gibt erstmal keine Regeln. 

Du scheust Dich nicht, Deine Meinung zu sagen. Du hältst Dich an die Wahrheit, aber mit Diplomatie.

Du darfst auch gern etwas älter sein. Erfahrung kommt mit den Jahren. Und nur mit den Jahren. Eichen produzieren auch erst mit 50 Eicheln. 

Du zeigst Präsenz. Der Rest kommt von selbst. 

Du hilfst uns bei der Metamorphose von der kreativen Denkfabrik zum kulturellen Provokateur.  

Und vor allem: Du hast Humor, sonst ist alles sinnlos.

Montag, 30. Juli 2018

Keinem schlägt die Stunde

Buk, Hank, Charles ist und bleibt einer der Besten, mitunter sogar, wenn auch nicht immer, in seinen posthum veröffentlichten STORYS

Donnerstag, 19. Juli 2018

MATHE!

M         A         T         H        E
Zwei Aale wanderten durch die Wüste.
Der eine war pink, der andere schwul.
Wie viel wiegt die Palme, wenn es regnet?

Dienstag, 10. Juli 2018

Varanasi


Es ist schwierig, konzentriert zu arbeiten. Es ist schwierig, überhaupt zu arbeiten. Es gibt tausende von Ablenkungen. Abgesehen vom Lärm, der unablässig durchs Fliegengitter schwappt, bekomme ich permanent Besuch. Mal steht der Museumsdirektor aus Mumbai in meinem Studio, mal die Chefin vom Goetheinstitut aus Delhi. Sanskritschülerinnen und Institutsbesucher wollen sehen, was the artist in residence zustande bringt. Ich kann es Euch sagen: NICHTS.

Anstatt zu schreiben, habe ich angefangen zu malen. Aus Mangel an Material benutze ich Öl aus der Küche, Curry, Curcuma, Eier, die Reste meines Vitamin-B-Drinks. Momentan sind die Bilder etwas gelblastig. Die Pülverchen, die sich die Menschen am Holi-Festival ins Gesicht schmieren, eignen sich auch nicht wirklich, denn sie vertragen sich weder mit Wasser noch mit Öl. Ich kannte mal eine Malerin, die ihre Werke nur mit Wasser aus dem Vierwaldstätter See energetisierte, wie sie es nannte. Vielleicht lieβe sich etwas reiβen, wenn ich heiliges Gangeswasser verwende? Irgendwelche Eso-Fritzen finden sich immer, die auf solchen Schmarrn abfahren.

(Ausschnitt aus Varanasi - Endstation Ganges; das Buch erscheint 2019)

Montag, 9. Juli 2018

Dienstag, 3. Juli 2018

Scarlatti


Scarlatti

Drei Chinesen ohne Kontrabass
saßen in der Oper in Reihe 12 und schliefen
auf der Bühne battelten sich
Sopranistin und Altistin einen BaRock
und in der 3. Loge links saß die Schauspielerin
mit den roten Haaren
und dem unfassbar großen Mund
deren Name mir nicht einfallen wollte
vielleicht wars auch ihre Mutter
oder irgendeine abgetakelte Primadonna
ich hatte das Opernglas nicht dabei
dafür eine Perlenkette um
mit der ich mich um ein Haar strangulierte
meine Nachbarin zur rechten dünstete aus
während die zur linken gegen den Takt füßelte
ein Teenagergirl fächerte mit dem Programm
als säße es im Vorhof zur Hölle
vereinzelte Kinder nickten ein
nachdem sie sich zum Cembalo einen abgezappelt hatten
an dem saß ein Mann mit Jogi Löws Frisur und der Visage meines Exfreunds
keine gute Kombination
der Herr Kapellmeister streichelte sein Spinett
und ich stellte mir vor, das Spinett sei ich
das kam gut
lenkte aber auch nicht genug ab
was zum Teufel ist ein Continuo?
wahrscheinlich die indische Riesenlaute
und welch Gedanken Scarlatti auslöste!
immerhin löste er was aus
wenn auch keine Ohnmachten mehr
die Korsette sind heute zu locker gebunden
und das Vorhangbild ließ Tiefe vermissen
um wirklich räumlich zu erscheinen
da waren mal wieder Dilettanten am Werk
für einen Moment erschrak ich
weil über mir ein Säuglingsfüßchen baumelte
aber es war nur das Bein eines fetten Engels vom 1. Rang
die dritte Geige sah aus wie Christina aus Grey’s Anatomy
und am Cello saß eine lesbische Häsin
ein Dreier mit ihr und Scarlatti käme mir recht
die zwei Grazien sangen dazu
etwa 50 Mal das Schlusswort: AMEN

Montag, 2. Juli 2018

Der neue DreckSack ist da!

LIEBE FREUNDE, LESER UND KRITIKER,
SOEBEN IST UNSERE JULI-AUSGABE 2018 ERSCHIENEN!
DIESMAL MIT DEN FOLGENDEN AUTOREN: Michael Arenz, Florian Günther, Chris Hyde, Susann Klossek, J. M. Koerbl, Angelika Leitzke, William Cody Maher, Matthias Merkelbach, Thomas Meyer-Falk, Jürgen Roth, Scheiffele, Sigune Schnabel, Azalea So Sweet, Erik Steffen, HEL Toussaint, Lars Weylthaar, Sascha Wiest
UND DEM FOTOGRAFEN: Rolf Zöllner
Zu bestellen ist er ab sofort und wie immer hier:
https://www.edition-luekk-noesens.de/shop/drecksack/