Donnerstag, 14. März 2019

WESTSLAM

livelyriX präsentiert WestSlam

Wann: Donnerstag, 21. März 2019 - 20 Uhr
Wo: Neues Schauspiel Leipzig
https://www.neues-schauspiel-leipzig.de/
Wer: Poeten und Lyrikfreaks aus Leipzig
Moderation Bleu Broode
Special Guest aus Zürich: Susann Klossek

Montag, 11. März 2019

Varanasi

Jippie, es ist endlich da! 
Und jetzt, Ihr lieben Murkelmäuse,
 bestellt mal schön,
 sonst muss ich mir damit
 mein Schlafzimmer tapezieren,
 was nun wirklich den letzten Beischläfer
 vertreiben dürfte. 

Varanasi - Endstation Ganges
Freiraum-Verlag
CHF 18.95
Euro 14.95
(bei mir, im Verlag, überall im Buchhandel)



Donnerstag, 7. März 2019

Lesung in der KUAPO Leipzig

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2019 
lese ich in der inzwischen legendären, wunderschönen Kulturapotheke

Mittwoch, 20. März 2019
19:30 Uhr
KUAPO
 - Bistro-Buchhandlung-Bühne - 
Eisenbahnstrasse 99 Leipzig

Sonntag, 3. März 2019

Literaturausschreibungen


Heute dachte ich, ich mache mich frei von der alltäglichen Schreibarbeit und nehme, aus reinem Vergnügen an der Sache, an einem Schreibwettbewerb teil. Ich durchstöberte also das Web nach geeigneten Wettbewerben und Ausschreibungen. Und wurde sogleich mehrfach fündig, weil mir Thema, Genre und/oder die auszuschreibende Institution/Zeitung/Verlag zusagten. Leider scheint alles im Leben an irgendwelche dämlichen Bedingungen geknüpft, die im Falle der Wettbewerbe wie folgt lauten:

das Werk ist bereits veröffentlicht und nicht älter als 1 Jahr

das Werk ist noch nicht veröffentlicht

biographischer Bezug zu Westphalen-Lippe / Landkreis Ebersberg / Landkreis Wesermarsch / Hamburg / Düsseldorf / Aargau etc.pp

Sie sind Katholik

Altersbeschränkung bis 25 Jahre / 13-18 / 14-20 / unter 27 / bis max. 40

das Werk muss auf Französisch oder ins Französische übersetzt sein

Sie kommen aus einer anderen Kultur und Erstsprache

Sie leben mindestens seit einem halben Jahr in Österreich

Keine Qual der Wahl, denn ich bin keine aargauische, französisch schreibende 21-jährige Katholikin aus Ebersberg-Wesersmarsch-Westphalen-Lippe, kurz: auf mich trifft NICHTS zu. Ich mache dann also heute frei.

Mittwoch, 27. Februar 2019

DAS LOS DES KÜNSTLERS




Wenn man kreativ tätig ist, ob nun als Autor, Drehbuchschreiber, Maler, Musiker, Schauspieler, Fotograf, Illustrator, Theatermensch und was es sonst so alles gibt, wird man von den anderen, ausserhalb dieser Branchen, manchmal ein bisschen beneidet. Das kommt in der Regel aber eher selten vor, zumindest so lange man nicht den grossen Durchbruch geschafft hat, der nur Wenigen zuteilwird. Meist wird man allerdings belächelt und nicht wirklich ernst genommen.

Oft wird jedoch vergessen, dass es sich eben nicht, wie gerne behauptet, um ein Hobby handelt, sondern um den Beruf, mit dem man sein Geld verdient, ja meist gar um die Berufung, weil man nicht anders kann. Weil es das Einzige ist, was für einen selbst Sinn ergibt.

Wer nicht kreativ tätig ist meint in der Regel, das alles sei keine richtige Arbeit und das macht sich so nebenbei. Oft sogar mit der unverschämten Annahme, das müsse auch nicht entlohnt werden.

«Sei doch froh, dass Du bei uns auftreten darfst, das ist doch gratis Werbung für Dich.»

«Kannst Du nicht mal schnell einen Text liefern, das ist für Dich doch kein Problem. Ach so, zahlen können wir leider nichts. Danke für Deine Mitwirkung.»

«Wir suchen für einen Film Darsteller, leider lässt unser Budget keine Gage zu, aber es gibt Verköstigung und eine Umarmung.»

Jeder, der aber schon einmal unter Schweiss, Herzblut und Tränen ein Buch geschrieben, auf eine Vernissage hingearbeitet oder sich auf eine Rolle vorbereitet hat oder darauf, eine Rolle zu ergattern, weiss, das ist harte Knochenarbeit, die viel Zeit, Energie, Disziplin, Geduld und Selbstvertrauen benötigt. Es bedeutet viel Vorfinanzierung, Monate, in denen man sich abrackert für das jeweilige Projekt, das dann irgendwann einmal, wenn es zustande kommt und Erfolg hat, Geld einspielt. Oft ist selbst das nicht einmal der Fall. Es bedeutet Mut und den Willen, Risiken einzugehen. Wer vielleicht noch Verantwortung für Kinder hat, wagt sich noch weiter vor.

Und: Auch wenn man gerade keine Rolle hat oder kein Buch draussen ist, keine Ausstellung ansteht usw. man ARBEITET. Immer. Jeden Tag. Klinkenputzen ist zeitaufwendig und anstrengend. Das läuft nebenher zur eigentlichen künstlerischen Tätigkeit. Oft laufen verschiedene Projekte parallel, man schreibt an verschiedenen Büchern, muss dort einen Text bis zu einer bestimmten Deadline abgeben, da an einem Drehbuch schreiben, zwischendurch ein paar Bilder malen, bezahlbare Räume suchen, Termine koordinieren, Lesereisen organisieren, Messen oder Workshops besuchen, sich mit administrativer Scheisse herumschlagen. Überall muss man sich vorstellen, sich erniedrigen und anbiedern, im Gespräch bleiben, Vorschläge machen, nachhaken und Absagen am laufenden Band einstecken. Dort dann diplomatisch zu bleiben, ist nicht immer einfach.

Und meist ist man mit all dem allein, im stillen Kämmerlein. Manchmal hat man tagelang keine Sozialkontakte, zumindest nicht persönlich. Zuspruch erhält man, wenn man Glück hat, von einigen wenigen Freunden oder der Familie, wenn die einem wohlgesinnt ist. Manchmal spricht man mit sich selbst, um überhaupt mal mit jemandem geredet zu haben. Kunst machen bedeutet oft auch Einsamkeit und Verzicht.

Und zwischendurch muss man immer schauen, dass Geld für die Miete, die Krankenkasse, die Versicherungen, das Fressen aufn Tisch usw. reinkommt. Ganz zu schweigen von der Altersvorsorge. Man muss sich also auch noch um sogenannte Brotjobs kümmern, die bekanntlich nicht auf der Strasse liegen und auch nicht von selbst zum Fenster reingeflogen kommen. Um dann zwischendurch zu hören: "Mach doch mal was richtiges." Man zweifelt an seinem Talent und Können. Das ist Gift. Natürlich darf man der Realität nicht blind gegenüberstehen. Manches Talent reicht vielleicht nicht. Manches Talent ist vielleicht nur Naivität. Trotzdem, wer ein Künstler ist und wer nicht daran festzumachen, wer davon leben kann, ist falsch. Die Mehrheit muss mehrgleisig fahren, um Leerlauf zu überbrücken und über die Runden zu kommen.

Ja, wir haben uns das so ausgesucht, oder ES hat uns ausgesucht, ja wir haben das so gewollt. Das ist auch gut so. Wir wollen uns nicht beklagen. Und nein, es ist nicht nur Spass, es ist echte Arbeit. Immer mit der Angst im Nacken, dass es diesen Monat nicht reicht. Das geht natürlich allen Freischaffenden/Selbstständigen so. Man muss sich täglich selbst motivieren und aufraffen. Auf der Suche nach Perfektion geisselt man sich mitunter selbst. Man versucht sich zu verbessern, weiterzuentwickeln und sich gleichzeitig treu zu bleiben.

Kunst zu machen, welche Art auch immer, ist kein Hobby und kein Seich, es ist nicht etwas Unanständiges oder Falsches. Künstlerisch und kreativ tätig zu sein benötigt unglaublich viel Kraft und Biss. Denn vor allem heisst es mit ständiger Ablehnung oder im schlimmeren Falle Ignoranz umzugehen. Man strampelt sich ab, man bewirbt sich, man spricht vor, man schreibt Texte für Wettbewerbe, man bewirbt sich für Stipendien... Am Ende bekommt aber immer nur einer oder eine den Zuschlag. Und auch wenn man knapp vorbeischrammt, knapp vorbei ist eben auch daneben. Man muss es schlucken und weitermachen.

Oft kommen, wie im Literatur-, Bildende-Kunst- oder Filmbusiness der Fall, erschwerend noch mafiöse Strukturen und Vetternwirtschaft zum Zug, was die Sache nicht einfacher macht. Wer nicht mehr jung und frisch und unverbraucht ist oder sich selbst treu bleibt und keinem dämlichen Trend hinterherjagt, unangepasst ist und sich nicht für das, was gerade angesagt ist, verbiegt, hat meist schon verloren. Die Arroganz von Literaturkritikern oder Kunst-Kuratoren beispielsweise ist meist kaum zu überbieten. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden. Oft wird Geschmack aber auch von den sogenannten Experten gemacht und das Publikum folgt. Leider folgen auch immer mehr Leute sogenannten Influencern, die in der Regel (mit Ausnahmen) als einzige Argumente Schönheit und Jugend vorweisen können. Zu influencen ist sicherlich auch mit Arbeit verbunden, ein Beruf ist es deshalb noch lange nicht. 

Es gibt Millionen von uns und nur ganz wenige kommen zum Zug. Das heisst aber nicht, dass mindestens die Hälfte jener, die immer knapp vorbeirauschen, nicht talentiert, nicht gut, nicht spannend sind und wert veröffentlicht, verfilmt, auf die Bühne oder vor die Kamera gelassen zu werden. Sie passen vielleicht gerade nicht zu diesem Projekt. Sie entsprechen möglicherweise nicht den Befindlichkeiten der jeweiligen Jury oder dem jeweiligen Hype um eine Kunstrichtung. Auch, weil viele Lektoren, Produzenten, Juroren selbst nicht mutig sind und lieber auf Nummer sicher gehen. Was natürlich letztlich immer mit Geld zu tun hat. Doch wer Mut zur Nische hat, wird mitunter auch mit phänomenalem Erfolg im Mainstream belohnt. 

Mit all diesen Ablehnungen, Selbstzweifeln und Enttäuschungen umzugehen, das alles nicht immer persönlich zu nehmen, aufzustehen und weiterzumachen, weiterhin an sich und das, was man tut zu glauben, bedarf eines starken Charakters. Viele geben auf, viele kommen unter die Räder. Ich will hiermit eine Lanze für alle Kreativen brechen und dafür, dass sie in Zukunft mit mehr Respekt behandelt, ernst genommen und weniger belächelt werden. 

AUFGEBEN IST KEINE OPTION!





Mittwoch, 30. Januar 2019

VARANASI - Endstation Ganges

Soeben wurde das Cover fertig. Das Buch steht kurz vorm Druck. Wer möchte (zum Beispiel mit Signatur oder persönlicher Widmung) kann es bereits jetzt bei mir vorbestellen. 

Varanasi gilt unter Hinduisten als die heiligste Stadt Indiens. Jeder Hindu, der etwas auf sich hält, setzt alles daran, sein irdisches Leben auf Varanasis Scheiterhaufen auszuhauchen und im Ganges die letzte Reise anzutreten. Denn nur so kann er dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten entkommen und ins Nirwana einziehen. Mich hat ein Literaturstipendium nach Varanasi verschlagen. Was mich erwartete, war alles andere als heilig. Der Aufenthalt wurde zu einem absurden, wilden Trip durch die Abgründe Indiens und bisschen auch in meine eigenen. Allen Widrigkeiten zum Trotz übt die 3000 Jahre alte Stadt nach wie vor eine unbändige Faszination für Künstler, Weltenbummler, Sinnsucher, Aussteiger und für all jene aus, die auf Erleuchtung und/oder Erlösung hoffen. Und wenn sich am Morgen am Ufer des Ganges der Nebelschleier hebt und die Sonne den heiligen Fluss wie ein Diamantenmeer glitzern lässt, kommt Varanasis strahlende Schönheit zutage, die einen manchmal alles vergessen lässt. 

Wenn es draussen ist, wird es überall im Buchhandel (stationär oder online), direkt beim Verlag und bei mir zu haben sein.


Wer es bei mir bestellt und eine Signatur oder Widmung möchte, bitte bei der Bestellung erwähnen, sowie bitte Eure aktuelle Adresse angeben.
Preise
D/A: 14,95 Euro
CH: 18,95 CHF


DEMNÄCHST:

THE SECRET LIFE OF PLANTS
Vom 17. -30. April 2019 stelle ich in der Galerie Lindenhof, Pfalzgasse 3, in Zürich meine Bilder aus den folgenden Serien aus:
° The secret life ofs plants
° Urbane Leere
° I have a chemical disorder in my brain

Vernissage:            Mittwoch, 17.4.2019 – 18 Uhr
Lesung:                   Freitag, 26.4.2019 – 18 Uhr

Alle Öffnungszeiten der Galerie während der zwei Wochen finden sich hier (ich bin immer anwesend):
Ihr seid alle herzlich zur Vernissage und Lesung eingeladen.

ZURÜCK AUFS EIS – Wie man keinen Roman schreibt
Das Buch, in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Autor Hartmuth Malorny, erscheint im April 2019 im gONZo verlag Mainz.

Sonntag, 6. Januar 2019

KRAMER GEGEN KRAMER oder Würdest du die Cops rufen, wenn ich in deiner Einfahrt mein Portemonnaie verbrenne?


KRAMER GEGEN KRAMER oder Würdest du die Cops rufen, wenn ich in deiner Einfahrt mein Portemonnaie verbrenne?

Mit dem zugleich etwas sperrigen wie einmaligen Titel Würdest du die Cops rufen, wenn ich in deiner Einfahrt mein Portemonnaie verbrenne? hat Benedikt Maria Kramer nach seinem Lyrikdebüt Glücklichsein ist was für Anfänger im Wiener Songdog Verlag einen würdigen Nachfolger herausgebracht. 

Die lyrische Reise ist in fünf Kapitel unterteilt, die mit den für sich selbst sprechenden Titeln Kramer gegen Kramer, Es ist intensiv, Spülstein-Dramen, Austern in Manzanita und Hitparade überschrieben sind.

Kramer schreibt und trinkt und liebt und leidet. Und schreibt, und …

Ich sitze hier mit Tasten unter

meinen Händen und Worten im Anschlag ...

(Kramer gegen Kramer)

Und: Ich habe Angst um meine Seele. 

(Schlechter Film)

Die Kindheit, Mama, Mauern, die Frauen, die Einsamkeit, auch wenn Leute drumherum sind, Alkohol, Italien, die Liebe, der Tod ... und immer wieder Kramer:

Ich bin großartig.

Ich bin großartig.

Stell dir das unendlich wiederholt vor.

(Küchenapotheose)

Oder:

Ich tanze und ich falle

Rotweinlippen soll man küssen

Doch ich bin die Prinzessin

Ich muss nichts müssen.

(Prinzessinenlied)

Und:

Hey, ich trinke und mach mich über dich lustig

und denke tatsächlich, ich hab mehr drauf.

(Fauser - Bukowski - Fauser)

Kramers Kurzdramen spielen in Augsburg, Italien oder Saint Louis/USA, an den Ufern der Lech, Wertach, des Mississippi oder der Lagune von Venedig. Orte, die er wie seine Westentasche kennt, auf deren Beschreibung er aber großzügig und dankenswerterweise verzichtet. Kein kennerhaft-besserwisserischer oder klugscheißerischer Ton. Dafür ist Kramer viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Erfreulicherweise interessiert ihn mehr sein Leiden an der Welt und an sich selbst, als den Leser mit Belanglosigkeiten zu Städtebau und Kulturhistorie oder mit pathetischem Politgeschwafel zuzumüllen.

Was er beschreibt ist wahr(haftig). Mit all seinem Ernst und seiner Kraft reflektiert er über Routinen, über das Elend des Immergleichen und Alltäglichen ob im Café ums Eck, hinterm Tresen in der Haifischbar, bei der Monotonie des Schreibens oder in der Liebe.

Die Leere wird durch Wiederholung gefüllt und so in kurzen Momenten des Glücks überwunden. Kramer wäre gern so wie er ist, auch wenn er zuweilen das Gegenteil behauptet. Es scheint, als säße er, wenn er allein in seiner Küche vor sich hin sinniert, einem Gespenst gegenüber. Ein Gespenst, das sich davon nährt, sich selbst zu zerfleischen, zu fressen und wieder auszuspeien.

«Das Gefühl wird nicht weggehen?»

«Nein», sagt der Therapeut.

(Strangers on the road)

Leichter, wenn auch manchmal ein wenig morbide, geht es im fünften und letzten Kapitel zu. Hier finden sich die Texte zu den Songs, die Kramer für seine Band RABENBAD geschrieben hat, mit der er regelmäßig auftritt. Wie schon in früheren Gedichten beweist er hier, auch wenn er auf Seite 21 das Gegenteil behauptet, dass in seinen Texten durchaus Platz für Ironie ist.

Und die liebe Chrisi

lächelt in einer Tour

Alle denken, sie ist freundlich

dabei lächelt sie nur.

(In der Haifischbar)

Sinnlich sind sie, diese Texte, schmerzhaft, böse und zum Lachen. Ein Lachen, was manchem im Halse stecken bleiben wird. Dann hat es derjenige aber auch verdient.

Kramer zeigt sich mal größenwahnsinnig, mal klein und traurig, auch politisch, mal hart und bedrohlich, dann wieder weiblich, verletzlich, zärtlich. Das alles ist Kramer, der vor allem immer Mensch bleibt. Ein Mensch, bestechend ehrlich, mit all seinen Unzulänglichkeiten und Macken, erfüllt von Sehnsucht und Liebe und letztlich halt meistens doch großartig.

  

Benedikt Maria Kramer
Würdest du die Cops rufen, wenn ich in deiner Einfahrt mein Portemonnaie verbrenne?
Songdog Verlag, Wien




Sonntag, 25. November 2018

Wind of Change


Im 
Radio spielen sie
Wind of Change
einer der beschissensten Songs der Neuzeit
Flitzpiepe Klaus Meine dachte
er habe damit die Wende eingepfiffen
als er der Moskwa runter zum
Zentralen Maxim-Gorki-Park
 für Kultur und Erholung
folgte
was soll das überhaupt sein
wind of change!
Fürze aus dem Klimakterium?
dann doch lieber Sturm der Liebe
for peace of mind
let your balalaika sing
Ja Klausi
des Russens Balalaika
heißt Kalaschnikow
die Putin stolz zu Pferde
vor seine nackte Hühnerbrust hält
das ganze Brotherhoodgedöns
was du überall gespürt haben willst
blowing away isses
with the wind of change
dass man selbst in Borneo
nicht vor Scorpions verschont bleibt
das sollte das Auswärtige Amt
mal in seine Reisewarnung schreiben

(aus FATUM - eine Art Reisetagebuch - erscheint Ende 2019 im gONZoverlag)




Samstag, 17. November 2018

Satz des Tages

"Dem mutmaßlichen Täter wird ein Vernehmungsangebot unterbreitet." 

O-Ton Polizei Berlin nach tödlicher Messerattacke

Freitag, 16. November 2018

Varanasi


Im Openhand gerate ich an den Tisch von Saranam, Bolko und Suryia. Sie haben ihre bürgerlichen Namen abgelegt und praktizieren in North Dakota und Stockholm als Tantra-Lehrer das rote Tantra.

Das rote sei das erotischste aller Tantra-Richtungen, bei dem es am Ende zwischen Shakti und Shiva zur sexuellen Vereinigung kommt, erklärt Saranam, lässt dabei seine Hakennase zittern und wedelt mir mit seinen schwarz gefärbten, schütteren Locken vorm Gesicht herum. Die drei sind hier an einem Workshop bei irgendeinem indischen Tantra-Meister zugange, um ihren Horizont zu erweitern und ihre Schüler künftig noch inniger zu beglücken.

Yoga – ja. Meditation – ja. Tantra – von mir aus. Kopulation mit dem Meister – nein. 

Suryia hat schönes, haselnussbraunes langes Haar und ein hübsches Babyface mit einem bezaubernden Lächeln. 


«Beim Tantra fallen alle Masken», sagt sie, «wir begegnen uns auf göttlicher Ebene.»


Da kann ich für sie nur hoffen, dass Saranam und Bolko unter ihren Masken besser aussehen. Sie sind wirklich hässlich und ich könnte gar nicht so sehr in Trance geraten, um diese Gesichter auszublenden.

Ich bin aufgeschlossen gegenüber Tantra und halte viel von körperlicher Ekstase auf höherer Bewusstseinsebene. Die Leute stören halt einfach dabei. Bolko bleckt verzückt sein Pferdegebiss und balzt Suryia unverblümt an. 

«Komm doch auch», sagt Suryia und zum ersten Mal bin ich froh darüber, direkt am Fluss zu wohnen.

«Ich darf nicht», sage ich, «ich wohne am Assi Ghat. Sex ist da strengstens untersagt. Ich befinde mich quasi in einem Entsagungs-Retreat.»

«Ohhhh», sagt sie, «das tut mir aber leid», und ich bin drauf und dran, dieses Bedauern auch für sie auszudrücken. Doch dann denke ich mir, wenn sie freiwillig mit Pferd und Zwergnase vögeln will, wer bin ich, sie davon abzuhalten? 

Ausschnitt aus Varanasi - Endstation Ganges; das Buch erscheint 2019 im freiraum.verlag

Erste Lesung mit Sound am 20. November 2018 um 20 Uhr im Kultbau in St. Gallen http://www.kultbau.org/?p=1561 - mit von der Partie der grossartige Benedikt Maria Kramer (Augsburg) und der wunderbare Andreas Miedermann (Wien). Kommet, kommet.


Samstag, 10. November 2018

Dienstag, 6. November 2018

Werbung



Nachdem mir kürzlich jemand eröffnete
70 sei das neue 50
und der Fernsehdoktor uns warnte
dass Sitzen das neue Rauchen sei
stachen mir gestern im Tram gleich vier zukunftsweisende Aussagen ins Auge:

Morgen ist das neue Übermorgen (DHL)
20 Uhr ist das neue 17 Uhr (DHL)
Weiss ist das neue Bunt (ZürichDental)
Gelb ist das neue Gelb (Die Post) 

auch schön: 
Gelb ist das neue Grün (FDP Hessen)
Gelb ist das neue Grün (Kärcher)
Gelb ist das neue Grün (Baustellenampeln GR)
Blau ist das neue Gelb (Citipost) 
Gelb ist das neue Schwarz (Toyota)
Gelb ist das neue Weiss (farbeundlack.de)
Gelb ist das neue Rosa (Cantinetta Antinori Wien)
Gelb ist das neue Weiss (Ron Orp) 
Orange ist das neue Gelb (Gemeinde Kelmis)

Unfassbar!
Vor allem, was die Farbe gelb
 alles zu leisten vermag!

Ja hats Euch denn ins Hirn geschissen?
Sind Werbekunden die neuen Vollidioten?