Montag, 6. September 2010

TAGEBUCH EINER GELANGWEILTEN

Montag

Boa ist das langweilig. So langweilig, nicht zum aushalten. Wird mir morgen auch so langweilig wie heute sein oder noch langweiliger? Vielleicht sollte ich die heutige Langeweile geniessen, wer weiss, ob's morgen nicht noch viel langweiliger ist.


Dienstag
Ist mir langweilig, weil ich langweilig bin oder bin ich langweilig, weil's so langweilig ist? Was war zuerst da? Ich oder die Langeweile? Wenn ich mich abschaffe, ist dann auch die Langeweile weg? Aber dann hätte ich ja nichts davon, weil ich ja weg bin. Sollte ich Philosophie studieren?


Mittwoch
Immer noch langweilig. Entdecke auf dem Klo eine Spinne. Frage, ob sie mit mir spielen will. Sie antwortet aber nicht, die blöde Sau. Ich beschimpfe das Mistvieh ein bisschen und vergesse darüber fast meine Langeweile. Fast.


Donnerstag
Noch drei Tage bis zum Wochenende, da kann ich mich dann wieder in der Gruppe langweilen. Habe bei Mike Shiva in der Sendung angerufen. Die Karten sagen, dass ich mich langweile.


Freitag
Meine Nachbarin ruft an und sagt, dass ihr langweilig ist. Typisch! Kein Funken Kreativität, muss mir alles nachmachen. Ab Montag bin ich einsam. Bäh!


Samstag
Habe mit Freunden abgemacht, weiss aber noch nicht, ob ich hingehe. Gruppendynamisch langweilen macht mich irgendwie depressiv. Ah! Gute Idee! Muss ich mir gleich mal für übernächste Woche vormerken.


Sonntag
Gucke im Fernsehen Sternstunde Religion. Eignet sich nicht besonders zum langweilen. Entweder schläft man ein oder man beginnt, sich einen Sprengstoffgürtel zu basteln. Das würde ja schon einem Hobby nahekommen. Das geht also gar nicht. Schalte ins ZDF zum Fernsehgarten. Na also, geht doch!


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