Mittwoch, 9. April 2014

Flächendeckend überwacht






Nachrichten aus der Welt der Überwachung: Gestern erhielt ich eine Nachricht von den Betreibern meines Blogs, dass ein Beitrag auf meinem Blog auf Befehl der US-Behörden deaktiviert wurde, da ich angeblich gegen US-Urheberrecht verstossen habe. Kurz erschrak ich, hatte ich mich - unbewusst versteht sich - des Plagiatierens schuldig gemacht? Als ich jedoch nachschaute, um welchen Eintrag es sich handelte, musste ich gleichzeitig aufatmen und laut lachen.



Bei besagtem Blogeintrag handelt es sich um eines meiner Gedichte, dass ich selbst während eines Ferienaufenthalts in Kroatien verfasst habe und bei dem jede einzelne Zeile von mir selbst stammt. Ich habe die alleinigen Rechte für dieses Gedicht und wüsste auch nicht, an welcher Stelle ich irgendjemandens Urheberrecht verletzt haben sollte. Das Gedicht wurde erstmals in meinem Buch "Berührung im Dickicht" im Juli 2006 veröffentlicht und im November 2012 habe ich es dann auf meinen Blog gestellt. Im Grossen und Ganzen geht es darin um meine Verehrung von Schalentieren.

Es ist ja schon verwerflich, dass sich Blogger.com einfach mal so befehlen lässt, irgendwelche Einträge von fremden Leuten ohne Vorwarnung zu blocken. Ebenfalls, dass die einfach so in meinem Blog herumpfuschen können. Aber dass sich US-Behörden mit solchem Kinderkram beschäftigen und unbescholtene Bürger dann auch noch fälschlicherweise irgendwelcher Verstösse beschuldigen, ist schon unglaublich. Ich nehme an, besagter Eintrag ist ihnen ein Dorn im Auge, weil in dem Gedicht die Begriffe Amerikaner und Krieg vorkommen.

Ich müsse jetzt, um meine Unschuld zu beweisen, schriftlich intervenieren, auf einem offiziell dafür vorgesehenen Formular, mit Namen, der als digitale Signatur gilt, mit Angabe aller meiner Daten und der Hinnahme, dass ich damit einen Rechtsstreit auslöse. Aber gerne doch. Das habe ich soeben ordnungsgemäss erledigt. Man darf gespannt sein, was da noch kommt.

Zudem wurde mir mitgeteilt, sollte ich den Beitrag selbst wieder freischalten, drohe die komplette Löschung meines gesamten Blogs. Ja sind wir denn hier in China?

Apropos China: im Zuge der gehackten E-Mail-Konten habe ich auch meine E-Mail-Adresse überprüfen lassen (sie ist sauber) und gleichzeit mal gecheckt, ob meine IP-Adresse auf irgendwelchen globalen Blacklists steht. Und siehe da, dreimal, in China!

Ich bin überhaupt nicht damit einverstanden, was Putin dieser Tage so treibt. Doch langsam denke ich mir: lieber der Russe vor der Tür, als der Ami/Chinese in der Leitung.


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