Mittwoch, 12. August 2015

Gedanken zum Nachmittag




Manchmal
hievt man sich
morgens aus dem Bett
und weiβ genau
dass man etwas tun muss
etwas Wichtiges, dringend
das keinen Aufschub duldet
man spürt es in den Eingeweiden
doch kann mit der Erkenntnis nichts anfangen
und während man mit einem Gefühl
innerer Aufmüpfigkeit
absurde Pläne schmiedet
befindet man sich schon auf demselben
ausgelatschten Pfad wie jeden Tag
wir fressen Staub
und kratzen uns am Kopf
wie ahnungslose Idioten
selbst Ekel zu empfinden
ist furchtbar anstrengend
hilflos verrichtet man seine Tätigkeiten
ohne Scham, das ist vorbei
und in einem unbedachten Moment
wird man plötzlich alt
am Abend öffnet man sein erstes Bier
während sie Bilder von ertrunkenen Flüchtlingen zeigen
ein schwacher Trost
nicht einer von denen zu sein
man sollte etwas tun
denkt man noch
bevor man sich auf die Seite rollt und hofft
dass sich am nächsten Tag
nicht Gleiches wiederholt

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